Bewässerung: Ein einfaches Ebbe-Flut-System (EFS) im Eigenbau

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    • Bewässerung: Ein einfaches Ebbe-Flut-System (EFS) im Eigenbau

      Weil es ja einen Wunsch zur Bewässerung im Garten gibt dachte ich mir ich mache dazu mal ein eigenes Thema auf. Den Beitrag habe ich schon 2014 geschrieben, ich bin mal so dreist (und so faul) es hier rüber zu kopieren denn sonst versinkt es in dem alten Chilibeitrag wohl sowieso für immer :zopfie_zwinkgrins


      BAUZEIT: Ca. 2-3 Stunden
      MATERIAL: 40 - 50 €


      Ein einfaches Ebbe-Flut-System selbst bauen

      Ich habe mich nach einigen Überlegungen für das sog. Ebbe-Flut-Prinzip entschieden. Diese Technik ist wegen ihrer Effizienz und hohen Zuverlässigkeit weit verbreitet in Großgärtnereien, funktioniert aber auch in der Kleinausführung ganz hervorragend. Hier sind ein paar schöne Bilder aus dem Profibereich zu sehen, natürlich ist das so viel zu kompliziert und zu teuer, dennoch kann die Technik mit relativ geringem Aufwand auch im Hobbygartenbereich eingesetzt werden.

      Das Prinzip ist simpel: Eine leistungsstarke Pumpe befördert Nährlösung möglichst schnell von einem tiefergelegenen Tank in eine höhergelegene Wanne in der die Töpfe stehen. Dabei wird einfach die gesamte Nährlösung zeitgesteuert von unten nach oben gepumpt um die Töpfe möglichst tief zu fluten, idealerweise vollständig. Sobald die Pumpe wieder ausgeschaltet wird, fliesst die gesamte Nährlösung wieder zurück in den Nährstofftank. Das erstaunliche ist dabei das es mit nur einer Pumpe und einem Schlauch funktioniert! Durch die Schwerkraft fliesst das Wasser nach dem Abschalten des Stromes immer automatisch durch die Pumpe hindurch zurück in den Tank. Noch erstaunlicher ist die Tatsache das dass Wasser beim Rücklauf sogar bergauf fliesst, diese Lösung benötigt noch nicht mal ein Ablaufloch am Boden. Das wäre auch nicht möglich gewesen da die obere Wanne auf einem ausrangierten Glastisch steht, deshalb habe ich mich hier des simplen Siphonprinzips bedient. Nachdem dies auf Anhieb toll funktionierte habe ich sogar gleich noch eine zweite Wanne für Töpfe angeschlossen mittels Regentonnenverbinder, darauf werde ich aber nicht im Detail eingehen da es nur eine simple Erweiterung ist.


      Material für das Basissystem mit einer Wanne für (z.B. mit 8 Töpfen, 20cm x 20 cm):

      1 x Mörtelwanne 60 Liter (Tank, Baumarkt 5 €)
      1 x Mörtelwanne 90 Liter (Töpfe, Baumarkt 7 €)
      1 x Eheim Compact 1000 Pumpe (Amazon, 20 €)
      2 m Schlauch, 16 mm (Amazon, 4 €)
      8 x Rosentöpfe, eckig 20 x 20 cm (Ebay, 10 €)
      1 x Zeitschaltuhr digital, Achtung die analogen mit Drehrad gehen garantiert nicht! (5 € Baumarkt)

      Kostenpunkt also ca. 50 €, für die Erweiterung wird neben einer weiteren Wanne noch ein Regenfassverbinderset für 5-7 € benötigt und natürlich entsprechend mehr Töpfe. Es lassen sich aber auch erstmal runde Töpfe verwenden, verschwendet halt etwas mehr Platz und ist natürlich nicht so praktisch zum Stellen weswegen ich hier auch nochmal nachinvestiert habe.

      weiteres Material (normal kostenlos):

      - 10 Liter Eimer voller Steine (je Wanne oben), ca. 2 cm - 5 cm (bunt gemischt, Flusskiesel o.Ä.)
      1 x stabile Plastikdose oder ein altes Teesieb, ca 5 cm Durchmesser (z.B. alte Pillendose, Nahrungsergänzungsmittel, ... )
      - altes Moskitonetz oder feinmaschiges Drahtgitter
      - alter Tisch, Holzbock oder Holzgestell (muss 100 kg locker tragen können, wird ein größerer Tank verwendet dementsprechend mehr)


      Auf- und Zusammenbau

      Der Aufbau ist wirklich kinderleicht. Im folgenden Bild ist noch ein zweites Bewässerungssystem zu sehen, ich habe es bereits letztes Jahr für meine Passifloras in den Blumenkästen aussen am Balkon gebaut (links, grüne Schläuche). Sofort zu sehen ist das ein so ein klassisches Bewässerungssystem mit Tropfsystem wesentlich komplizierter ist, gefühlt hat das ungefähr 20 Mal solange gedauert es zu basteln und 100 Mal mehr Nerven gekostet bis es endlich halbwegs fehlerfrei lief... Die Tropfvariante ist daher auch im Eigenbau nicht unbedingt für jeden empfehlenswert, dafür allerdings flexibler einsetzbar. Ansonsten hat es absolut keinerlei Vorteile gegenüber Ebbe-Flut, sondern eher nur Nachteile. Das Tropfsystem bespreche ich darum vielleicht auch mal wann anders, falls es jemanden interessiert... Es ist auch nicht wirklich so spannend, ich denke jeder weiß ja wahrscheinlich wie so ein klassisches System in etwa funktioniert.

      Also lasst Euch davon bitte nicht irritieren, das Ebbe-Flut System ist nur das in der Mitte mit dem dicken hellen Schlauch an dessen Ende die simple Filterdose hängt. Dazu habe ich einfach große Fenster in die Dose geschnitten und das Moskitonetz drum herum gewickelt. Der Schlauch führt einfach ins Innere der Dose, die Öffnung oben wird mit überschüssigem Netz vollgestopft und mit einem Kabelbinder festgezurrt. Der Filter ist wichtig, da die Schlauchöffnung sonst schnell verstopft und das Ganze ja eine Saison wartungsfrei arbeiten soll. Der Holzbalken in der Mitte mit den Schraubfüßen ist nur um die Glasplatte abzustützen, benötigt man also normal auch nicht.



      Hier das ganze nochmal etwas aufgeräumter. Da der Tisch wie durch ein Wunder genau passte so dass die Tanks noch darunter passen war dies eine Arbeit von vielleicht maximal 15 Minuten. Aber ein Holzbock sollte auch schnell aus ein paar Balken gezimmert sein...



      Auch hier sieht man wieder den Unterschied zum Tropfsystem, da das Wasser beim System links in der Wanne schnell absteht, sich Algenklümpchen bilden und der Dünger sich entmischt und zu Boden sinkt wird eine zusätzliche Umwälzpumpe benötigt, weiterhin habe ich noch eine Luftpumpe drin die Sauerstoff ins Wasser blubbert. Macht man das nicht verstopfen Schläuche und Düsen schnell was unendlich Nerven kosten kann.

      Das Ebbe-Flut System kennt diese Probleme hingegen erst garnicht. Da immer alles komplett alle 2-3 Stunden durch die Gegend gepumpt wird steht hier nichts ab und alles bleibt immer perfekt durchmischt. Selbst wenn kleine Fremdkörper ins Wasser kommen, was quasi unvermeidlich ist, tolleriert das EFS dies ohne Murren. Der Schlauch ist einfach so dick das man nur dafür sorgen muss Dinge über 5 mm auszufiltern, alles was kleiner ist geht durch die Pumpe einfach mit hindurch (die günstige Eheim 1000 hat damit absolut 0 Probleme). Die Pumpe schafft ca. 1000 Liter pro Stunde, d.h. die 60 Liter sind in weniger als 5 Minuten oben. Bei diesem Durchfluss verstopft also so schnell nichts... Und es gibt nur einen einzigen Schlauch der alle Pflanzen gleichzeitig bewässert, das ist für mich das allerwichtigste gewesen! Um so schöner das es sich gleichzeitig auch noch viel einfacher umsetzen lässt und wesentlich weniger kostet.

      Die Steckdose mit den Zeitschaltuhren habe ich einfach auf einem Brettchen mit rein gequetscht damit alles unter der Glasplatte vor Regen oder sonstigen Wasserunfällen geschützt ist. Man benötigt für das EFS aber natürlich auch nur eine Uhr, die andere ist wieder mal für das andere Bewässerungssystem (ebenso der ganze andere Kabelsalat, ein EFS hat nur ein einziges Kabel das zur Uhr führt)... Wichtig: Es muss eine digitale Zeitschaltuhr sein, auf analogen kann man die Pumpdauer nicht genau genug einstellen, sondern es würde dann mindestens 30 Minuten lang pumpen was die Wurzeln sicher nicht witzig fänden auf Dauer. Zudem ist nach 5 Minuten das Wasser oben und die Pumpe würde dann weitere 25 Minuten nur noch Luft ziehen und davon sicher kaputt gehen.

      Wir wollen also maximal 5 Minuten und keinesfalls mehr (zur Gewöhnung der Wurzeln wird von 1 Min. langsam auf 5 erhöht). Mein Billigteil hat 20 Speicherplätze, das reicht für ein anständiges Bewässerungsprogramm schon gut aus. In der Wanne sollte also immer alles schön feucht sein und glänzen.

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    • Platte drauf und die Wanne für die Töpfe. In die Topfwanne kommen nun Steine, ungefähr einen Eimer voll oder ca. 7-8 cm hoch und die Dose wird in einer Ecke mit eingebuddelt so dass sie schön fest drin sitzt. Die Dose muss dabei ganz am Boden aufliegen, die Steine sollten nur daneben und darüber gebaut werden, dafür in dieser Ecke jedoch gründlich. Die Steine sind wichtig als Grobfilter vor dem Feinfilter und damit sich das Wasser gleichmäßig unter den Töpfen verteilt, aber auch damit Klümpchen, abgestorbene Wurzeln und andere Dinge die ins Wasser fallen (Blätter, Blüten und was so alles vom Wind dahergetragen wird) geschreddert werden. Das dauert einige Tage aber früher oder später verfaulen weiche Sachen und werden einfach zerkleinert. Zusätzlich halten die Steine gröbere Dinge von der Filterdose fern, die sich nur um die kleinen Dinge kümmern soll die nicht von oben zurück in die Pumpe gesaugt werden sollen. Aber selbst wenn mal was in der Pumpe ist holt man sie halt schnell raus und zieht den Schlauch ab. Kurz in einen Eimer werfen und etwas klares Wasser durchpumpen und schon gehts wieder weiter. Die Dose ist auch schnell gereinigt, sollte aber eigentlich während der Saison niemals nötig werden wenn man sich in der Ecke mit der Dose ein paar Gedanken macht und die Steine hier schön drum herum baut. Solange keine Blätter der Dose nahe kommen können passiert aber selbst dann nichts wenn man zwei, drei Hände Blätter reinwirft, das habe ich extra ausprobiert. Denn das wichtigste ist dass das Wasser immer wieder zügig und ungehindert ablaufen kann. Bei mir dauert das Ablaufen ca. 3:30 Minuten, egal was drin rumschwimmt. Hin und wieder fische ich mit einem kleinen Teesieb kurz durch wenn grad das Wasser zufällig oben ist, das reicht völlig aus.

      Oben auf die Steine noch ein paar Blähtonkugeln damit sich die Wurzeln die unten aus den Töpfen zahlreich rauswachsen werden hier auch noch etwas festhalten können. Aber im Prinzip bestimmt nicht unbedingt nötig.



      Nun erfolgt auch schon die letzte Feineinstellung, dann ist es schon betriebsbereit. Der Schlauch in der Dose ist beweglich und kann höher oder tiefer reingeschoben werden. Denn wie hoch die Schlauchöffnung über dem Wannenboden ist entscheidet darüber wieviel Wasser in der oberen Wanne nach dem Rücklauf verbleibt. Ich habe einfach ca. 1 cm Luft gelassen, tiefer sollte es nicht sein, hauptsache es fliesst ungehindert zurück. Es bleibt ca. 1 cm Wasser unten zwischen den Steinen zurück, was absolut in Ordnung und erwünscht ist. Ein bischen dürfen die Wurzeln ganz unten im Wasser hängen, das betrifft eh nur die Wurzeln die es aus den Töpfen rausschaffen und noch ein bischen zwischen den Steinen weiterwachsen. Die Töpfe hingegen stehen ja auf den Steinen, somit läuft auch alles Wasser schön aus den Töpfen ab. Als weitere Drainage habe ich in die Töpfe unten auch nochmal noch eine dicke Schickt Blähtonkugeln gegeben, darüber befindet sich der übliche preiswerte Coco/Perlite Mix (80%/20%). Ohne Blähtonkugeln würde ich aber kein feinkrümeliges Substrat nehmen da sonst sicher vieles unten durch die Löcher in den Töpfen rausgewaschen wird und dann im Wasser rumschwimmt. Die Drainage in den Töpfen hält das aber weitgehend zurück. Man kann auch nur Blähtonkugeln verwenden, ist bestimmt noch einfacher. Hatte nur keine Lust mehr Blähton zu kaufen weil ich noch Cocoblöcke dahatte.

      Soooo, fertig! Im Prinzip wars das schon. Gesamtaufwand ca. 45 Minuten, das Einkaufen der Sachen dauerte auf jeden Fall länger als das Aufbauen... :zopfie_ja


      Hier noch ein Bild wo man den "Siphon" sieht. Der Schlauch geht einfach von oben rein, solange man nur eine Wanne verwendet braucht man also nicht mal ein Loch in die Wanne zu bohren. Wem das zu doof aussieht der kann natürlich auch einen richtigen Ablauf in den Boden machen und den Schlauch da anschliessen. Der Feinfilter müsste dann evtl. etwas anders aussehen, aber mit etwas Kreativät ist das sicher nicht schwer. Ein altes Teesieb sollte gute Dienste leisten.




      Womit wir beim Substrat wären.

      Geeignet ist alles was sich grundsätzlich für Hydrokultur eignet: Blähton, Perlite, Coco, Bims, etc... Also alle möglichen Substrate die Wasser SCHNELL wieder abfliessen lassen und eher wenig Wasser speichern. Wird Perlite benutzt darf diese jedoch niemals in trockenem Zustand von unten geflutet werden (schwimmt alles hoch und will nicht nass werden bis es von oben aus den Töpfen quillt, sehr ärgerlich, da hatte ich mein Hirn wohl grad aus :zopfie_peinlich). Perlite/Coco und alles was trocken auf dem Wasser schwimmt muss also vorher gründlich durchnässt werden (einmal von oben durchgiessen). Ist es dann einmal richtig nass schwimmt Perlite nicht mehr so arg hoch, zur Sicherheit habe ich aber oben etwas Kies als Beschwerung draufgeschüttet.

      Ein Riesenvorteil ist dabei dass diese Substrate unbegrenzt wiederverwendet werden können, vor allem Blähton ist daher eigentlich optimal. Durch das EFS bleibt das Substrat ständig gespült und vor allem sauber von hartnäckigen Düngeablagerungen. Versalzung gibt es nicht mehr (daher auch immer nur Regenwasser und Flüssigdünger in den Tank geben!!!) Und Wurzelschädlinge haben natürlich auch äusserst schlechte Karten, in Hydrokultur finden sie ohnehin schon schlecht Halt und die Flut gibt ihnen den Rest. Es gibt nur sehr wenige spezialisierte Schädlinge die in einem EFS überleben können, z.B. Springschwänze, die aber solange es nicht überhand nimmt eigentlich harmlos sind. Sollten dochmal zuviele auftauchen genügt ein Tropfen Spülmittel in den Tank und sie können nicht mehr auf der Wasseroberfläche schwimmen (gehen schlagartig unter und ertrinken). Anderes Getier habe ich letztes Jahr nicht mal im anderen Tank gehabt, der hatte anfangs keine Umwälzung und ist erstmal total abgestanden... Nervig könnten vielleicht noch Mückenlarven werden, aber ich glaube die mögen auch eher abgestandenes und vor allem ruhiges Wasser. Denke mal der Gang durch Pumpe und Filter bekommt denen sicher auch nicht so toll....

      Besonders praktisch ist mit EFS das Durchspülen und reinigen des Substrats am Ende der Saison, einfach klares Wasser rein und anschalten. Das Ganze ein paar Mal mit frischem Wasser wiederholen. Quasi wie eine Spülmaschine, die ganze Reinigungsarbeit macht sich fast von selbst :zopfie_knicks

      NICHT geeignet ist hingegen konventionelle Erde! Sie würde im Nuh stark vollsaugen, verdichten und versotten und die Wurzeln schnell den grausamen Erstickungstod sterben!

      Mit Hydromedium und EFS passiert aber auch hier zum Glück exakt das Gegenteil. Die Wurzeln gewöhnen sich schnell an die Überflutungen und im Verborgenen läuft ein besonders wichtiger Effekt ab: Durch das Ablaufen wird alle 2 Stunden auch frische Luft und damit sehr viel Sauerstoff von oben in die Töpfe gesogen. Es gelangt dadurch sogar ein Vielfaches an Sauerstoff in den Topf als bei allen anderen Bewässerungs- und Giessmethoden! Man kann beim Abfliessen des Wassers auch gut hören wie Luft in die Wurzelzone eindringt. Das Resultat dieser erzwungenen Sauerstoffversorgung sind strahlend weisse und top gesunde Wurzeln, die zudem auch noch perfekt mit frischen Nährstoffen versorgt werden.


      Dünger

      Jeder handelsübliche Flüssigdünger der ungefähr ein NPK Verhältnis von 3-1-2 hat ist bestens geeignet. Es gibt eine ganze Reihe von Tomatendüngern die so in etwa diese Werte haben, sollten alle gut funktionieren. Günstiger auf Dauer ist hingegen Hakaphos Soft, das ist extra zum Auflösen und der Herstellung von Nährstofflösungen gedacht. Das Tolle an Hakaphos ist wie sicher auch viele hier wissen das man NPK in jedem gewünschten Verhältnis selbst mischen kann. In anderen Worten, man kann sich jeden beliebigen Flüssigdünger selbst herstellen. Wer es perfekt machen will ergänzt noch ein paar Micronährstoffe (Zink, Eisen, Kupfer, Calcium, etc...), diese gibt es auch extra von diversen Herstellern als fertige Kombipräperate zu kaufen. Davon gibt man i.d.R. auch nur ein paar Tropfen hinzu. Da ich bis jetzt aber keine Mangelerscheinung feststellen kann habe ich darauf erstmal verzichtet, wenn Mängel da waren dann eher vorher (durch das von Hand giessen bildet sich in jedem Topf in anderes Nährstoffniveau, weil nicht jede Pflanze alles gleich schnell aufnimmt).

      So sah das Ganze dann fertig bestückt aus.

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    • Und nun natürlich noch ein letzter Schritt, das EFS Bewässerungsprogramm :zopfie_giesst

      Auch das ist im Prinzip sehr simpel gehalten. Die erste Flutung beginnt um 5:00 und endet um 5:05. Die nächste von 7:00 bis 7:05, usw.... Die letzte Flut findet Abends von 20:00 bis 20:05 statt. Nachts schlafen dann auch die Chilis und benötigen keine frischen Nährstoffe und ich möchte nicht das man das Geblubber auch Nachts hören kann...

      Und so sah das Ganze am gestrigen Spätnachmittag aus. Sie sind in der kurzen Zeit bereits viel grüner geworden, vor allem farblich hat sich das Blattgrün gut angeglichen. Vorher waren manche heller, manche dunkler. Jedoch hat eigentlich nur Giant Rocoto (rechts ganz hinten) wirklich genetisch bedingt eine deutlich abweichende Blattfarbe. Nun gibt es aber keine unterschiedlichen Nährstoffniveaus mehr, in jedem Topf fliesst genau die selbe Nährstoffkonzentration, was auch vieles vereinfacht. Man kann auch sehen das sie buschiger und kräftiger wachsen und sich viele neue Triebe bilden. Das Gesamterscheinungsbild wirkt viel vitaler. Ausserdem habe ich nun seit einer Woche fast gar keinen Blütenabwurf mehr, was darauf hindeutet das sie sich in ihrem neuen Schwimmbad wohl gut aklimatisiert haben :zopfie_dancegirl

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    • Hier noch ein Bild von der Flut, die Töpfe werden so ca. zu 3/4 geflutet. Die Feuchtigkeit saugt sich dabei aber natürlich durch den Kapilareffekt auch bis nach ganz oben. Einmal im Monat werde ich jedoch zusätzlich mit der Giesskanne Nährlösung von Hand von oben durchspülen, habe etwas Angst das sich sonst oben Ablagerungen bilden weil da ja die Sonne draufscheint und es da sehr warm ist. Wenn man noch höher fluten will nimmt man halt einfach einen größeren Tank, der hat bei mit nur absolut keinen Platz. Als die Erweiterungswanne noch nicht dran war genügte übrigens der 60 Liter Tank völlig um die 90 Liter Wanne komplett zu fluten, die Töpfe verdrängen ja Wasser. Eine weitere einfache Möglichkeit ist natürlich in die Zwischenräume noch mehr Steine zu füllen. Mache ich aber deshalb nicht weil meine Chilis ja eh einmal die Woche gedreht werden...

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    • 4 Wochen später...


      Man bedenkte, das ich mir vor etwas weniger als 4 Wochen noch gewünscht habe das es möglich bald blickdicht wird, mittlerweile sprechen wir jetzt aber schon fast von winddicht! :freu


      weitere 6 Wochen später... Ich wünschte mir so langsam es würde aufhören weiterzuwachsen... :zopfie_augenroll



      ...und so sah das dann zum Schluss der Saison im Oktober aus...:zopfie_haareberge

      2 Chilis haben eine Höhe von ca. 4,30 m erreicht und man benötigt eine Leiter. Und das obwohl die größten Kübel nur ca. 12 L Volumen hatten, dadurch wollte ich den Wuchs eigentlich etwas eindämmen. Auf jeden Fall haben Chilis die von mir handgegossen wurden nicht annähernd so ein Wachstum gezeigt wie mit EFS :zopfie_nein

      So gut ging es den Chilis noch nie :WOW



      Sooo, laaanger Text erstmal zu Ende :zopfie_glubsch

      Wenn Ihr Fragen habt versuche ich gerne sie Euch zu beantworten :zopfie_ja

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    • Dieses Jahr habe ich das Ebbe-Flut-System nochmal neu aufgebaut. Diesmal mit einer kleinen Erweiterung.

      Die Anleitung ist zugleich eine Kurz-Anleitung, für alle denen der ausführlich Theorie-Teil oben zu lange zum lesen ist. Fragt einfach wenn Ihr etwas wissen wollt.


      Zuerst mal alles sauber machen und den Unterbau aufstellen.
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      Da ich die beiden unteren Wannen (die Wassertanks) verbinden möchte, habe ich mir dieses Regentonnenverbinder-Set auf Ebay gekauft. Sehr praktisch, ein passendes Bohrwerkzeug (Ø 20 mm) ist gleich mit dabei. Preis ca. 10 € inkl. Versand.
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      Da ich eh neue Filterdosen basteln wollte, dachte ich mir ich probiere den dicken Bohrer lieber erstmal aus bevor ich die Mörtelwannen ruiniere. Das Ergebnis sieht schon recht fransig aus, aber für die Dosen ist es genau richtig. Vor allem, es ging sehr schnell (ca. 10 Minuten)
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      Dennoch flöste mir das Ergebnis Respekt ein. Die Bohrungen in die Mörtelwannen müssen sauberer werden. Ich habe also sehr langsam gebohrt und dann hat es auch gut funktioniert. Man darf nicht feste aufdrücken, sondern lässt es langsam durchschleifen. Mir genügte dazu mein Akkuschrauber. Bohrmaschine ist nicht nötig.

      Damit der Dichtungsgummi sauber abschließt habe ich die Löcher noch mit Nagelschere nachbearbeitet (entgraten) und dann mit dem Feuerzeug geglättet (ganz vorsichtig mit der Flamme am Lochrand entlang gehen, der Kunststoff schmilzt sehr leicht ohne zu brennen oder zu rauchen).
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      Dann den Schlauch dazwischen gesteckt, fertig. Schon wurde aus zwei 60 Liter Tanks ein großer 120 Liter Tank. So sollte der Wasservorrat auch bei 35 °C ca. eine Woche ausreichen ohne nachfüllen zu müssen.2017-05-31 21.26.50.jpg

      Dann werden die neuen Filter-Dosen mit etwas Fliegengitternetz (Reste) bespannt und die Schläuche reingesteckt.2017-05-31 21.27.16.jpg

      Dieses Mal möchte ich wie man an den beiden Dosen schon erkennen kann, je eine Pumpe pro Tauchbecken (obere Wannen) einsetzen damit der Pumpvorgang schneller geht. Dieses Mal kann auch wegen des größeren Tanks viel mehr Wasser nach oben gepumpt werden. So sollte ein vollständiges Tauchen möglich sein.

      Die dritte Pumpe ist für meinen Regensammler gedacht. Damit möchte ich ich es mir einfacher machen das Regenwasser in den Tank rüber zu pumpen. Das war letztes Mal etwas umständlich gelöst. Dieses Mal habe ich mir dazu noch was Besonderes ausgedacht, dazu gleich mehr...

      Verwendet werden Pumpen vom Typ 'Eheim compact 1000' (mit einer Pumpleistung von 1000 Litern/Stunde). Diese Pumpen sind sehr zuverlässig und werden daher in der Aquaristik verwendet wo sie 24 Stunden am Tag laufen. Da die Pumpen hier aber nur maximal eine halbe Stunde am Tag laufen, ist auch der Strombedarf so gering das er komplett vernachlässigbar ist (ca. 0,15 €/Monat).
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      Je eine Pumpe pro Tauchbecken. Ganz rechts im Bild ist der Regensammler mit der extra Pumpe zu sehen. Eine transparente 25 Liter Ikea Kiste und eine umfunktionierte Waschmittelflasche (das weisse Ding unten am Regenrohr) um das Regenwasser aus dem Rohr unter den Tisch in den Sammler zu leiten (sieht man in dem Bild etwas schlecht) 2017-05-31 21.29.00.jpg

      Nun wird noch schnell die Elektrik verkabelt und etwas verlegt so dass man die Kabel nicht sehen kann und sie nicht stören.

      Die beiden Hauptpumpen in den schwarzen Tanks werden zusammen an die Zeitschaltuhr angeschlossen (über die schwarze 3er-Steckdose).

      Die Regensammler-Pumpe wird an eine alte Funksteckdose angeschlossen die schon ewig im Schrank rumliegt. So kann ich wenn es regnet von drinnen per Knopfdruck frisches Regenwasser rüber pumpen und den Wasserstand nachfüllen ohne raus ins Sauwetter zu müssen. Darum auch die transparente Ikea Kiste weil ich von drinnen schön sehen kann wie voll der Sammler ist :zopfie_dancegirl

      (die weiße 4er-Steckdose im Bild hat für das System keine Bedeutung, das ist einfach nur Strom für andere Dinge wie Beleuchtung, etc...)
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      Nun noch die Glasplatte drauf. Die hat im Winter leider eine Ecke verloren, ich hoffe es hält trotzdem. Ich habe Gummi-Pads darunter gelegt damit die Ecke trotzdem gut aufsitzt. Der Tisch steht zudem etwas schräg, so das Wasser auf der Glasplatte in die Ecke und in den Tank läuft.2017-05-31 23.20.06.jpg

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    • Nun werden wieder die Filterdosen mit dem Schlauchende drin vergraben. Sie werden ganz einfach mit Steinen eingemauert, solange bis es fest an seinem Platz bleibt. Die Steine dienen dabei vor allem als Grobfilter, und damit das Wasser ungehindert einströmen und wieder ablaufen kann.2017-05-31 21.35.11.jpg

      Nachdem beide Dosen mit Steinen vergraben wurden, kommt die Deckschicht darüber damit eine plane Oberfläche für die Töpfe entsteht. Sie besteht aus Blähton, Basalit und kleinen Steinen und etwas ausgespültem Schlamm. Die Wurzeln werden später sehr stark unten aus den Töpfen herauswachsen und verankern sich dann nützlicherweise recht fest mit der Deckschicht.2017-05-31 21.39.38.jpg
      Fertig. Fast! Nun kommt natürlich das allerwichtigste - die Pflanzen. Diesmal habe ich 12 hohe 4-Kant-Töpfe mit je 4,5 Liter Volumen im Becken:

      7 x Tomate:
      4 x San Marzano
      1 x Brown Egg Cherry
      1 x Golden Nugget C.P.
      1 x Amish Paste.

      Und 5 x Chili:
      3 x Lemon Drop
      2 x Sweet Banana
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      Davor steht noch eine Chocolate Habanero die zu klein ist und keinen Platz mehr hat. Die gieße ich von Hand mit.

      Ich bin vor allem auf die Tomaten gespannt. Ob sich die Ergebnisse der Chilis darauf übertragen lassen werden?

      Ich werde weiter berichten und gelegentlich einen Zwischenstand geben.

      Viel Spaß beim Nachbauen!


      :zopfie_winke

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    • :girliehut

      Rechts im Bild sieht man die Waschmittelflasche über die der Regen in die Kiste fließt (das Regenrohr wird vom Bast völlig verdeckt). Durch des Loch vom Tragegriff läuft überschüssiges Wasser einfach ab. Links ist die dritte Pumpe zu sehen. Sie geht nur auf Knopfdruck an und aus (mit der Funk-Fernbedienung).
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      So sieht die Flasche aus. Innen liegt ein Schwamm damit es lautlos plätschert (sonst trommeln die Tropfen laut in der Flasche).
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      Unter dem Tisch befindet sich ein dritter Schlauch der von oben direkt in den hinteren Tank mündet. Man kann ihn auch ein Stück weit hervorziehen um eine Gießkanne zu befüllen was den Regensammler doppelt nützlich macht. :zopfie_ja
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      Blick von drinnen aus dem Wohnzimmer.
      2017-06-01 19.34.19.jpg

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    • katzenmausgarten schrieb:

      Das überschüssige Wasser läuft einfach in die Regenrinne vom Balkon ab. Und die Flasche dient nur als Wasserspeier - richtig?
      Ganz genau. :zopfie_ja Ich brauche den selbstgebauten Wasserspeiher, weil das Rohrende der Regenrinne nur knapp über Niveau des Sammelbehälters liegt. Das ist individuell bei jedem anders. Überschüssiges Regenwasser läuft über die Regenrinne nach wieder nach unten.

      Da diese m.o.w. direkt ins Grundwasser führt, ist es jedoch wichtig die Nährlösung mit dem Dünger nicht in die Regenrinne fließen zu lassen. Das System sollte immer als geschlossenes System betrieben werden. Überschüssige Nährlösung kann an andere Pflanzen verteilt werden, oder nötigenfalls besser über die Kanalisation entsorgt werden, damit keine Nährstoffe ins Grundwasser gelangen. Für Klärwerke stellt die Nährlösung, egal welcher Art, kein Problem dar.
    • Unten zeigen sich bereits die ersten Wurzeln.
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      Oben habe ich eine Deckschicht aus kleinen Steinen, und buntem Kies gemacht damit das Substrat (Coco, Perlite, Blähton, Seramis, Sand) nicht ausgeschwemmt wird.
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    • Damit durch die vergleichsweise kleinen Wurzelballen genügend Nährstoffe aufgenommen werden können, muss die Nährlösung gut eingestellt werden. Dazu misst man regelmäßig die Qualität der Nährlösung.
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      Inzwischen habe ich meine Soll-Werte in Sachen Wasserwerten erreicht. Sowohl die Nährstoffkonzentration (EC-Wert, blau) als auch der pH-Wert sind nun optimal.

      Bei einem pH-Wert zwischen 5,8 und 6,2 ist die mögliche Nährstoffaufnahme maximal. Der pH-Wert hat großen Einfluss auf den Kulturerfolg als Ganzes.
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      Die Nährstoffkonzentration ist sehr hoch, gerade so daß keine Überdüngungserscheinungen auftreten. Für Tomaten u. Chili ist sie bei 2,5 - 3,0 mS optimal.
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      In diesem leicht sauren, phosphatreich Milieu, gedeihen die Wurzel prächtig. Bereits nach kurzer Zeit wachsen sehr kräftig aus den Töpfen. Sie sind hell weiss und sehen gesund aus.
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    • Danke @Jada :girliehut

      Hier mal ein kurzes Update. Seit dem letzten Post vor 14 Tagen sind die Pflanzen stark gewachsen und ein kleiner grüner Dschungel entstand. Heute habe ich ausgelichtet. Danach sah es so aus:

      2017-06-29 16.44.26.jpg

      Alles hat deutlich an Höhe gewonnen, die Tomaten haben gut 30 cm gemacht, Chili ca. 20 cm.

      Leider hat eine Sorte Probleme mit Blütenendfäule, deswegen habe ich der Nährlösung ca. 500 mg/L Calciumchlorid hinzugefügt und mit 0,1%iger Lösung als Blattdünger gesprüht.

      Bilder von der Pflanzen-Entwicklung der einzelnen Sorten:

      Tomatensaison 2017

      Chili/Paprika Saison 2017