Pflanzenjauchen

    • Pflanzenjauchen

      In einem Gartenbuch von 1913 fand ich eine Beschreibung zum Ansatz von Pflanzenjauchen. Ähnlich wie Brennnesseljauche gießt man die verschiedenen Pflanzenschnitt mit Wasser auf und laeßt es wie Brennnesseljauche gären. Das Ergebnis kann dann ebenso verduennt und zum Duengen verwendet werden. Abgesehen davon , dass Brennnesseblätter sehr stickstoffreich sind, müßte das doch ebenso gute Ergebnisse bringen. Hat jemand Erfahrung?
      Es grüßt Malvine
    • ja, du kannst u.a. auch Beinwell und Schachtelhalm ansetzen, Ringelblume geht sicher auch.
      Ich stopf alles, was ich finde, in meine Tonne und fülle mit Regenwasser auf und lasse es gären (Deckel drauf!) Wenn es gut durchgegoren ist und schön stinkt, verdünne ich es und gebe es auf meine Kulturen.
      Ich hab aber keine systematischen Vergleiche mit und ohne gemacht, kann also nicht sagen, ob es das ist, was wirkt. Den Pflanzen hat es jedenfalls offensichtlich gefallen....

      LG
      Ursel
    • Hallo ihr beiden,

      also ich kann mich da nur anschließen und bestätigen, dass ich mit Pflanzentees und -jauchen nur gute Erfahrungen hinsichtlich Pflanzenstärkung und auch leichter Düngung gemacht habe, hauptsächlich aus Brennessel, Ackerschachtelhalm und Rainfarn. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass man mit Kamille, Knoblauch und Beinwell gute Ergebnisse erzielt, je nachdem was die Pflanzen für Probleme haben. Ich nehme am liebsten die Pflanzen, von denen große Mengen auf einfache Weise verfügbar sind und kann somit gut auf chemische Keulen verzichten.

      LG Nadine
    • Wurzelunkräuter verjauchen?

      Ich mach mal hier weiter, finde ich sinnvoller als noch einen Thread zu eröffnen, ist ja ein enger Zusammenhang.

      Leider haben wir auf unserem Grundstück auch hartnäckige Wurzelunkräuter, wie z.B. Giersch und Quecke. Aktuell mache ich gerade wieder einige Flächen aus und bringe die Wurzeln auf den dörflichen Osterfeuer-Haufen. Das Feuer ist ja demnächst abgebrannt und ich habe mich gerade gefragt, ob ich die Wurzeln, die dann noch ausgemacht werden, nicht auch verjauchen könnte? Mit Brennessel-und anderen Jauchen habe ich sehr positive Erfahrungen gemacht. Ich hab aber keine Idee, wie es meinen Pflanzen oder Flächen ergehen wird, wenn ich sie mit Giersch-und oder Quecken-Jauche begieße. Hat jemand das schon mal gemacht und kann über Erfahrungen berichten? Nach meinem Kenntnisstand kommt es bei den Jauchen ja schon auf die Inhaltsstoffe der Pflanzen an und bei den Wurzeln weiß ich es eben nicht. :zopfie_achselzuck
      Am liebsten wär mir ja, die sind mit sich selbst unverträglich, dann aber Jauche marsch auf den Giersch :zopfie_grinszahn

      Das Kompostieren der Wurzeln finde ich sehr schwierig, wenn die Rotte nicht "eins a" verläuft, dann holt man sich den ganzen Murks zurück. :zopfie_zwinkgrins
      "..., dass draußen Blumen rufen, zu einem Tag voll Weite, Glück und Wind..."
      (Rainer Maria Rilke, Das Stunden-Buch)
    • Ambersun schrieb:

      Ich hab das mit dem Giersch letztes Jahr versucht. Stank nur. Also an der Stelle ist nichts weggegangen, wo ich sie hingekippt habe.
      Ich muss nochmal kurz nachfragen: Du hast also mir der Gierschjauche versucht den Giersch zu bekämpfen, oder anderes Kraut?

      katzenmausgarten schrieb:

      Queckenjauche soll gut für Gurken sein,
      Ah, ok. Leider hab ich noch keine Gurken. Könnte aber sein, dass ich immer noch irgendwo Quecke habe, wenn ich Gurken hab. :zopfie_grinszahn

      Rosenwichtel schrieb:

      Muss man die Jauche immer verdünnen?
      So wie ich es kenne ja. Bei Brennessel und Beinwell verdünne ich 1:10, sowohl als Dünger, als auch zum Spritzen (Brennessel).

      katzenmausgarten schrieb:

      oder tiefgründig mit der gabel durchgehen)
      Bisher weiß ich auch nichts besseres.
      Abdecken vielleicht noch, aber dann mit Plastik, nicht mit Karton oder so, das funktionierte bei mir nicht.

      Über Kartoffelwasser hatte ich gehört, dass es z.B. gegen Blattläuse helfen soll. Kann auch sein, dass in meinem kleinen Abtei-Fulda-Heft dadrüber was steht, das guck ich nochmal nach. Ich meine, der Nachbar verwendet es in seinem Gewächshaus gegen Schädlinge :zopfie_studier
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      (Rainer Maria Rilke, Das Stunden-Buch)
    • Ste schrieb:

      Bisher weiß ich auch nichts besseres.
      Abdecken vielleicht noch, aber dann mit Plastik, nicht mit Karton oder so, das funktionierte bei mir nicht.

      Über Kartoffelwasser hatte ich gehört, dass es z.B. gegen Blattläuse helfen soll.
      gegen Girsch hilft die dunkle Plane / Folie.
      Das braucht aber seine Zeit.

      Eine Landfrauenregel besagt bei Quecke : Grün tot ,Wurzel tot.
      Im zeitigen Frühling vor dem Wuchs der Wurzeln das Grün mit der Hacke abhauen .
      Dies konsequent wiederholen und die Wurzeln verkümmern.


      Quecke kannst du jauchen und nach 3 Wochen auf den Kompost gießen.
      Stinkt aber zum Himmel !!
    • Ste schrieb:

      Ich muss nochmal kurz nachfragen: Du hast also mir der Gierschjauche versucht den Giersch zu bekämpfen, oder anderes Kraut?
      Eigentlich wollte ich damit düngen. Aber die Gierschjauche hatte oben auch so Schimmel angesetzt. Da hab ich sie weggeschüttet. Und weil ich nicht wußte wohin mit dem Zeug, hab ich sie auf den Giesch geschüttet. Hat dem nichts ausgemacht. Auch dem Frauenmantel nicht, der zwischen dem Giersch wächst.
    • Ich bin total froh, dass es die Benachrichtigungs-Funktion gibt, sonst hätte ich noch ewig rumgerätselt, warum hier was weg ist. :zopfie_schaem
      Ist aber gut, hat sich ja von der Jauche zur allgemeinem Gierschbekämpfung ausgebreitet.
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      (Rainer Maria Rilke, Das Stunden-Buch)
    • Sorry, ich hätte das hier vielleicht auch noch vermerken sollen. :zopfie_peinlich

      Also für die, die auch noch suchen: Die Beiträge zur Gierschbekämpfung befinden sich jetzt im passenden Thema. Link
      Auf dem Boden der Tatsachen liegt zu wenig Glitzer

      Ich bin ich, und du bist du
      Ich bin nicht auf der Welt, um deine Erwartungen zu erfüllen,
      und du bist nicht hier, um meine zu erfüllen.
      Wenn wir übereinstimmen, ist es wunderbar.
      Aber wenn nicht, dann ist da nichts zu machen.
      - Fritz Perls -
    • ....zurück also zu der Frage, was passiert, wenn man Giersch und Quecke verjaucht: da entsteht was sehr nahrhaftes! Giersch und Quecke sind beides "Wurzelunkräuter", sie speichern in ihren Wurzeln Nährstoffe. Und die werden freigesetzt beim verjauchen.

      Ich verjauche gerne Brennessel und Beinwell. Davon hab ich aber nicht viel, deshalb verjauche ich auch Salbei und Zitronenmelisse und auch mal Giersch, wenn er aus der Rhabarberreihe ausbüchsen will, wo er sich eingeschlichen hat. (Schon bevor ich den Garten übernommen habe.)

      Ferner verjauche ich auch Triebe vom wüchsigen Holunder und Rhabarblätter/Abschnitte. Und auch Zwiebeln und Knoblauchreste.

      Wollt Ihr was zum Duft wissen? :zopfie_ohnmacht

      Aber nur, wenn man in dem Kübel rumrührt, ansonsten geht's eigentlich. Ich werfe manchmal auch noch eine Handvoll Lehmerde hinein.
    • @marcu
      ...sie gärt, so lange sie will...steht einfach immer da....

      Also bei mir ist das so: ich habe einen 60 oder 80? Liter-Betonkübel, da hinein fülle ich Brennessel und Beinwell, so viel wie ich kleingeschnippelt im 40 Liter-Flexitube bequem tragen kann. Das Zeug schnippele ich schon beim Sammeln klein. Dann in den Kübel kippen und mit Regenwasser auffüllen. Sonne scheint, Brühe gärt. Es regnet auch mal rein, anderes verdunstet.....Das steht einfach so rum. Meistens bildet sich an der Oberschicht so was wie ein kleines Biotop. Da schwimmt eine lockere Decke aus Kraut und darauf tummeln sich Insekten.
      Man kann auch eine alte Gardine drüberdecken, dass nix größeres reinfällt, wenn man mag.

      Wenn ich irgendwelche Kräuter zurückschneide, gebe ich sie dazu und rühre mit einem Stock mal um. Gierschwurzeln hab ich wenige, aber werfe ich auch gerne hinein, weil sie so am schnellsten verschwinden. Meistens sorgt der Regen dafür, dass genug Flüssigkeit da ist. Wenn ich was brauche, dann schöpfe ich mit einem antiquarischen Literbehälter (fast wie bei dir :zopfie_ja ) einen Liter oben ab und gebe das in die Giesskanne. Dazu 9 Liter Wasser.

      Ich giesse aber nie bei Sonne - klar - und hab meistens vorher schon "vorgewässert".

      Die Jauche nutze ich gerne für Kohlpflanzen und auch für den Rhabarber. :zopfie_giesst
    • @margit1967
      Stimmt...Lavendelschnitt hab ich auch schon reingetan... Äpfel hab ich noch nicht versucht - da bräuchte ich wohl mehr Kübel... Die mach ich auf den Kompost - trotz Würmer.
      Rosenschnitt schneide ich auch klein und gebe es mit auf den Kompost. Das verrottet ganz gut. Fast so schnell wie die Brombeerranken.

      Zerteilte Nacktschnecken kommen in einen Extraeimer...das ist dann mein Wühlmausschreck. Riecht schrecklich. :zopfie_zwinkgrins
    • Helix tosta? Interessant - hab ich noch nie von gehört. :zopfie_idee Helix klingt stark nach Efeu (Hedix hedera oder so), was ist da wohl drin? :zopfie_studier Womöglich auch eine Jauche? Oder Aufguss?
      Mit Globuli kenn ich mich gar nicht aus, bin eher aus der Ecke Kräuterhexe.

      Ich habe aber auch nicht so das Schneckenproblem. Mein Garten ist sehr, sehr sonnig und trocken. Wenn im Frühjahr mal mehr auftauchen, weil eine feuchte Periode kommt, dann geh ich ein paar Abende auf Nackschneckenjagd. Kostet ein bisschen Überwindung, aber so komm ich zu meiner Schnecken-Spezialjauche gegen die Wühlmäuse. Die sind bei einigen Nachbarn wirklich ein Problem, und bei mir gibt's die Schneckenjauche in den Gang und dann ist zumindest für eine Zeit erst mal Ruhe.

      @margit1967 Vielleicht pendelt sich bei dir das Gefüge im Garten ein, weil du generell naturnah gärtnerst? :zopfie_daumen
      Schnegel sind toll: Siehe Thread Modriges Refugium... :zopfie_ecke

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