Wer kann mir einen Rat geben wie man Kartoffeln als Saatkartoffeln vermehrt?

    • Wer kann mir einen Rat geben wie man Kartoffeln als Saatkartoffeln vermehrt?

      Ich habe eine ganz seltene Kartoffel, eine bisher noch nicht veränderte Urkartoffel aus den Anden, die schon die Inkas angebaut haben sollen.
      Wie vermehrt man Kartoffeln und zwar so, dass ich mehrere Saatkartoffeln habe.
      Gut, man kann sie ja so wieder einpflanzen wenn sie keimt, aber kann ich sie bis zum Frühjahr lagern?
      Es gibt doch auch andere Möglichkeiten Kartoffeln zu vermehren, wer kann mir da helfen? :zopfie_studier
      Dumme rennen,
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    • Hallo Silvi, :)

      ich habe gerade ein ähnliches Problem und schon etwas darüber gegrübelt, davon gleich mehr.
      Ich würde Deine Kartoffel wahrscheinlich jetzt sofort einpflanzen. Die brauchen ja nicht sooo lange, um neue Knollen zu bilden, vielleicht zweieinhalb Monate, dann ist es Mitte Oktober und die Knöllchen können vor dem ersten Frost ausgemacht werden. Die kannst Du dann auch über den Winter kühl und dunkel verwahren, und im Frühjahr neu einpflanzen, während Du die jetzige Kartoffel nicht bis in den Mai lagern kannst.

      Zur Kulturdauer: Meine aktuellen Kartoffeln habe ich Mitte Mai gesteckt, und die sind jetzt, nach zweieinhalb Monaten, fast fertig. Ich hab probeweise welche ausgemacht, andere lasse ich noch stehen. Jedenfalls: Einige Kartoffeln sind schon so groß, dass man sie gut essen kann, aber es sind auch noch viel kleine Knöllchen dabei.
      Nach einigem Überlegen habe ich entscheiden, die sofort/bald wieder in die Erde zu packen. Ich benutze Kartoffeln ja auch, um meinen Rasen in ein Beet mit lockerer Erde zu verwandeln, also nur in zweiter Linie geht es mir ums Essen ( bis auf die leckeren Ausnahmesorten, die ich hier bekommen habe) . Ob die ganz frischen Knöllchen der "gemeinen Warburger" jetzt sofort keimen und wachsen werden, ist eine andere Frage. Wahrscheinlich muss ich sie erst eine Zeit draussen liegen- und vorkeimen lassen.
      Das will ich tun, und dann können sie bis zum Winter wieder ein Stück Rasen urbar machen.

      Daraus ergibt sich für Dein Superschätzchen: Vorkeimen wie bekannt, einpflanzen, neue ( und hoffentlich viele) Knöllchen vor dem Frost ernten, überwintern... im Mai neu einpflanzen. ;)

      Das mit den Rasenkartoffeln ist aber nicht wirklich mein Problem.
      Ich habe ja früher im Bergischen Land auf einem Bauernhof gewohnt. Der Bauer baute Cilena an, eine Sorte, die ich die 18 Jahre bei ihm sehr geliebt habe. Davon habe ich auch welche mit nach Dortmund genommen, die auch dort vermehrt, und dann: arglos aufgegessen.
      Heute bekommt man diese Sorte kaum noch. Mein Bauer ist tot, und alle Cilenas die ich danach kaufte, schmeckten ganz anders. Allein die Form war schon anders! - Trauer!

      Jedenfalls muss ich eine alte Cilena aus Dortmund versehentlich mitgeschleppt haben. Und zwar in irgendeinem Kübel, den ich mitgenommen habe, irgendwo in der Erde versteckt. Und zwar bei der Iris pallida, deren Rhizome ich für den Umzug vermutlich in irgendwelche Erde gepackt habe. Bei ihr, nun im letzten Herbst im Vorgarten ausgepflanzt, unter den dicken Irisrhizomen, wuchs also seit einigen Monaten ein Kartöffelchen heran, was ich garantiert dort nicht eingepflanzt habe. Es kann nur eine alte Cilena sein...
      Und jetzt denke ich schon seit Tagen darüber nach, was ich machen soll.
      Ob ich jetzt die ganze dicke Iris ausmache, und die Kartöffelchen auch, ob ich sie dann vorkeimen lasse und gerade wieder einpflanze, wie oben beschrieben, oder ob ich sie nicht einfach bis zum Frühjahr dort im Boden lasse? Sie wachsen nah an der von innen beheizten Hauswand, Frostgefahr besteht wenig. Und dort im Boden sind sie natürlich bis zum nächsten Frühjahr bestens aufgehoben.
      Vermutlich werde ich wohl beides machen. Einige Knöllchen raus, vorkeimen, neu einpflanzen, andere drinlassen.

      Lieben Gruß,
      Anjoli
    • wenn ihr nicht genügend knollen zum legen habt könnt ihr auch von den angetriebenen knollen teile mit je einem auge verwenden,sie sollten nur gut abtrocknen damit es an den schnittstellen nicht gammelt.
      wenn man kartoffeln bei viel luftfeuchte vorkeimt machen die augen auch luftwurzeln und man kann dann die bewurzelten augen ausbrechen und im topf vorziehen.
      man kann auch von frisch ausgetriebenen kartoffelpflanzen stecklinge machen,bei hoher luftfeuchte und >25° bewurzeln sie leicht und bilden kleine knollen.
      wer im Glashaus sitzt............

      hat immer frisches Gemüse :zopfie_grinszahn
    • litita schrieb:

      Saatkartoffeln
      Du meinst sicher Pflanzkartoffeln, aussäen kann man die zwar auch, macht aber kaum einer, da es so lange dauert - das machen dann nur Züchter.
      Wie man aus wenigen Pflanzkartoffeln mehr Pflanzen bekommt, hat erny ja schon gut beschrieben.
      Dein Problem ist aber, denke ich zumindest, ein anderes - und zwar wie bekomme ich die eine kleine Kartoffel über den Winter um sie dann erst im Frühjahr einzupflanzen? Oder pflanze ich sie lieber jetzt ein, um vielleicht bis zum Winter noch eine Vegetationsperiode zu schaffen?

      Ich würde auch letzteres versuchen - groß müssen die Kartoffeln ja nicht werden, da du sie ja sowieso wieder legen willst. Ich würde sie im Kübel anbauen und so lange wie möglich wachsen lassen, die Kartoffeln auch gar nicht raus machen, sondern einfach im Kübel lassen und kühl und trocken im Keller oder Garage überwintern.
      Ernys Variante kannst du dann aber im nächsten Jahr anwenden, um aus wenigen Kartoffeln mehr Pflanzen zu bekommen.
      LG Rena :tiersmilie02
    • Hallo,
      ich habe letzte Jahr von meinen Kartoffeln wohl einige vergessen, diese haben dann in der Erde überwintert und waren im Frühjahr die ersten die die Blätter aus der Erde steckten. Ich habe sie auch dort wachsen lassen und die anderen drum herum gepflanzt. Ich würde die einzelne Knolle auch in nicht zu feuchter Erde in einem Kübel lagern, ggf. mit anderen zusammen nach dem Prinzip der Kartoffelmiete wie es früher Sitte war. Fall jemand noch Cilena Pflanzkartoffeln braucht, wir werden ca. 3-4 Tonnen in 4 Wochen ernten und auch Pflanzkartoffeln davon behalten, denn im nächsten Jahr müssen auch wieder welche gepflanzt werden. Ich bei mir auf meinem Stück Garten zuhause pflanze gem. Wortlaut meines Mannes "Exoten" an, wie die Kerkauer Kipfler, rosa Tannenzapfen, la Rate eine blaue festkochende Sorte, eine mit roter Schale und gelbem Fleisch. Genaue Namen habe ich im Garten dazugestellt. Ich warte jetzt auf meinem Urlaub ende August und werde sie ernten, hatte in diesem Jahr arg mit der Krautfäule zu tun, also wird es wohl nicht so große Kartoffeln geben.
      Gruß
      Myflower
      Das Gartenbeet ist der Beweis,
      daß sich die Erde nicht dreht.
      Es muß noch immer umgegraben werden. :gartenarbeit
    • litita schrieb:

      Dann möchte ich sie vermehren und deshalb jetzt schon die Frage, wie mache ich das.
      Also erstens lasse sie gut ausreifen, denn dann sind sie länger lagerfähig, weil die Schale dicker und fester wird.
      Dann brauchst du ein frostfreies Lager, nicht zu trocken und nicht zu feucht - ein alter Gewölbekeller wäre optimal - wenn du das nicht hast, dann besser in leicht feuchter Erde im Kübel lassen - Nachteil: du kannst da nicht kontrollieren, ob da vielleicht was fault oder schimmelt.

      Im Frühjahr holst du sie raus und keimst sie vor, indem du sie bis zu Hälfte hochkant in einen Topf oder Kübel in die Erde steckst, dabei sollten die besten Augen oben sein und stellst sie wärmer. Das geht auch mit halben Kartoffeln oder Stücken - wie Erny es beschreibt.
      Jetzt sollten sie oben anfangen zu treiben, die die treiben, kannst du dann im Garten (oder Kübel) pflanzen.
      LG Rena :tiersmilie02
    • Vielen lieben Dank für alle für mich sehr brauchbare Tips.
      Die kleinen Knöllchen, wenn denn welche da sind, kann ich dann lagern bis zum Frühjahr lagern?
      Sollte ich sie auch vorkeimen oder direkt in die Erde?
      Wann und wie bilden sich eigentlich diese Augen?
      In der Beschreibung stand, nach den Eisheiligen erst pflanzen, wenn ich die nun im Winter in der Erde lasse, überleben die das?
      Denn nach dieser Beschreibung sind sie doch wohl nicht winterhart.
      Die Kartoffeln die ich bisher gepflanzt habe, haben alle den Winter überlebt, wenn ich mal die eine oder andere drin gelassen habe.

      erny2006 schrieb:

      man kann auch von frisch ausgetriebenen kartoffelpflanzen stecklinge machen,bei hoher luftfeuchte und >25° bewurzeln sie leicht und bilden kleine knollen.
      Wenn ich es richtig verstehe, dann macht man Stecklinge von den oberen Pflanzenteilen oder?
      Ich bin ein wenig blond und kann es mir nicht richtig vorstellen weil ich das noch nie gesehen habe und auch noch nie gemacht habe.
      Kann ich die jetzt schon aus der Erde buddeln?
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    • litita schrieb:

      Kann ich die jetzt schon aus der Erde buddeln?
      Ich hatte doch geschrieben gut ausreifen lassen d.h. das Blatt bzw. Kraut muss schon komplett abgestorben sein und selbst dann würde ich sie noch für einige Zeit drin lassen (es sei denn es schüttet weiter so).

      litita schrieb:

      In der Beschreibung stand, nach den Eisheiligen erst pflanzen, wenn ich die nun im Winter in der Erde lasse, überleben die das?
      Denn nach dieser Beschreibung sind sie doch wohl nicht winterhart.
      Du sollst die nicht draußen in der Erde lassen, sondern in einem frostfreien Raum (aber nicht den Heizungskeller nehmen - kühl soll es schon sein), nicht zu feucht und nicht zu trocken. Nur, wenn der Raum zu trocken sein sollte, solltest du die Kartoffeln in leicht feuchter Erde im Kübel bzw. Topf oder Kiste einschlagen. Gepflanzt werden sie dann nächstes Jahr wieder nach den Eisheiligen. Keine Kartoffel ist winterhart, die kommen alle ursprünglich aus Südamerika, wenn vergessene Kartoffeln es trotzdem über den Winter schaffen, dann ist es Glück, mehr nicht.

      Vorkeimen - musst du nicht, aber so siehst du welche keimen und vorgekeimte wachsen natürlich schneller. Zu den Augen - hast du schon einmal Kartoffeln geschält? Das wo die Keime rauskommen (so kleine Vertiefungen), das nennt man Augen und die befinden sich vorwiegend an den spitzeren Enden der Kartoffel. Keimen tun sie, wenn es wärmer wird - das passiert ja auch mit Speisekartoffeln im Keller, die nicht mit Keimschutz behandelt sind - auch im Dunklen, dann "kriecht" der Keim nur meterlang durch den Keller auf der Suche nach Licht.
      LG Rena :tiersmilie02
    • Das finde ich alles sehr interessant und ich will es auf jeden Fall mal probieren.
      Lieben Dank zitze und erny für eure Geduld mit mir und die schönen Tips.
      Haber aber noch eine Frage, wann bilden sich denn Augen, die jetzigen Kartoffeln bei mir im Eimer haben noch keine Augen.
      Aber die will ich ja eigentlich auch essen.
      Dass sie alle nicht winterhart sind, wußte ich nicht, habe ich mir aber noch nie Gedanken darüber gemacht.
      Habe mich oft nur geärgert, wenn ich an der alten Kartoffelstelle was anderes schon gepflanzt hatte und dazwischen wieder Kartoffeln vom Vorjahr, die in der Erde vergessen wurden, wieder hervorguckten.
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    • litita schrieb:

      wann bilden sich denn Augen, die jetzigen Kartoffeln bei mir im Eimer haben noch keine Augen
      doch, Augen haben sie, nur noch keine Keime - nimm mal eine Kartoffel in die Hand: sie ist meist länglich und an den schmalen Seiten ist eine Seite mit einem kleinen Loch - da war die Kartoffel mal an der Pflanze (so was wie die "Nabelschnur"), auf den Seiten und am meisten auf der dem Loch gegenüberliegenden Seite sind Vertiefungen, mal rund, mal länglich - manchmal sieht man unten was winziges rundes - das ist dann schon ein kleiner Keim - da wächst also die neue Pflanze raus.
      Die Dinger müssen auf jeden Fall dran sein, wenn da was raus kommen soll - falls du vorhast sie vor dem pflanzen zu teilen!

      litita schrieb:

      Kartoffeln vom Vorjahr,
      Wenn der Winter mild war und sie tief genug gelegen haben, dann erfrieren sie nicht und treiben wieder aus.


      So, jetzt mal Bilder wegen der Augen:



      Die Augen sind eingekreist und in der Mitte ist auch schon ein winziger Keim zu sehen

      LG Rena :tiersmilie02

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von zitze ()

    • zitze
      Doch, Augen haben sie, nur noch keine Keime - nimm mal eine Kartoffel in die Hand: sie ist meist länglich und an den schmalen Seiten ist eine Seite mit einem kleinen Loch - da war die Kartoffel mal an der Pflanze (so was wie die "Nabelschnur"), auf den Seiten und am meisten auf der dem Loch gegenüberliegenden Seite sind Vertiefungen, mal rund, mal länglich - manchmal sieht man unten was winziges rundes - das ist dann schon ein kleiner Keim - da wächst also die neue Pflanze raus.



      Vielen Dank für die tollen Erklärungen, ich denke das kriege ich gut hin. Auf jeden Fall werde ich es nach deinem Vorschlag machen.
      lg sylvi
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