Dioscorea - Die Familie der Yamswurzelgewächse

    • Dioscorea - Die Familie der Yamswurzelgewächse

      Heute möchte ich euch mal eine meiner schönsten Pflanzen vorstellen: Eine Dioscorea elephantipes die ich vor ein paar Jahren von @Vanda bekommen habe. Sie hat sich prächtig entwickelt und treibt nun gerade wieder aus.

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      Der Caudex ist superhart, wie eine Cocosnuss mit Stollen dran. Bei genauem Hinsehen sieht man wie einzelne Segmente wieder neu aufbrechen um sich zu teilen. Das kann man bisweilen richtig hören , habe mich lange gewundert was da hinter meinem Sofa so seltsam knacken tut :kichergirl


      2 Wochen später, der Trieb wächst sehr schnell. Diesmal helfe ich ein bischen beim Ranken nach und führe den Haupttrieb rundrum entlang damit das Gerüst möglichst gleichmäßig bewächst.

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      Ich habe weiterhin noch D. babata, D. bulbifera und D. hemicrypta. Bilder und Details folgen :zopfie_knipst


      Pinboard:

      de.m.wikipedia.org/wiki/Yams


      (Nützliche Links, allgemeine Infos und Bezugsquellen rund ums Thema werden hier oben angepinnt)
      Wer A sagt muss nicht immer B sagen, er kann auch erkennen das A falsch war.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Exxotica ()

    • Die nächste Etage ist erklommen av-76921.gif
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      litita schrieb:

      Ich habe auch eine, aber sie ist noch sehr klein, dass dauert noch eine Weile bis sie wie eine Schildkröte ausieht.
      Anfangs treiben erstmal zaghaft, aber jedes Mal wird es dann mehr. Dieses Mal muss ich echt aufpassen das keine Schädlinge drankommen. Zum Glück wird man die jedes Mal wieder los wenn sie einzieht. Werde versuchen ab sofort regelmäßig abzuduschen, sonst kommen bestimmt wieder Spinnmilben.
      Wer A sagt muss nicht immer B sagen, er kann auch erkennen das A falsch war.
    • Das kann sein, die Wurzeln sind recht empfindlich. Ich habe sehr durchlässiges Substrat genommen. Ca. 50% Coco und der Rest Perlite, Lavagestein, Kies und Blähton. Mache ich inzwischen bei allen staunässe-empfindlichen Pflanzen so. Wenn mal zuviel gegossen wurde läuft alles überschüssige einfach unten raus.
      Wer A sagt muss nicht immer B sagen, er kann auch erkennen das A falsch war.
    • Dank dir für den Tipp mit deinem Dioscoreen-Thread, @Exxotoca.
      Hätte ich wohl sonst NIE entdeckt. :zopfie_daumen

      :zopfie_traurig Und ich muss hier leider gleich korrigieren. Sorry, sorry, sorry, meine es auch ganz bestimmt nicht böse. :zopfie_noe

      Exxotica schrieb:

      Dioscorea sylvatica
      Leider nein. :zopfie_noe Es ist eindeutig eine D. elephantipes.
      D. sylvatica sieht der D. hemicrypta (vom Caudex her) zu verwechseln ähnlich - beide haben diese zerfließende Form und bekommen NICHT diese borkig-würfelige Oberfläche.
      Und es werden beide gerne falsch im Netz abgebildet. Auch Saat ist meist nicht korrekt. Die oberirdisch caudexbildenen Arten sind sehr schwierig bei der Saatgewinnung - und meist wird aus zweifelhafter Quelle dann D. elephantipes-Saat untergejubelt, weil die am einfachsten zu beschaffen (und dementsprechend am billigsten) ist. Und wenn man die Flügelsaaten nicht genau kennt und Vergleiche hat - erkennt man es auch nicht.
      Sorry, wollte jetzt ganz bestimmt nichts kaputt machen, aber D. elephantipes ist auch wunderschön, aber eben keine D. sylvatica.

      Meine Pflanzen sind gerade alle in Sommerruhe bzw. "wachen gerade auf".

      Hier mal zum Vergleich meine beiden D. sylvaticas. die eine ist gerade meine einzige Pflanze, die Laub trägt (und ist etwas eingestaubt, hüstel..., muss ich mal abbrausen).

      Caudex der einen älteren Pflanze (ca. 15 Jahre alt):
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      Mit Laub:
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      Das Laub der D. sylvatica ist im Vergleich charakteristisch -eher länglich als breit mit deutlich ausgezogener Spitze (im Gegensatz zur D. elephantipes, wo die Blätter eher breiter/rundlicher herzförmiger sind):
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      Jüngere Pflanze (ca. 8 Jahre alt), so sehen D. sylvatica anfangs meist aus - tellerförmiger Wuchs. Später fließen sie dann immer unförmiger auseinander:
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      Hier nochmal Komplettansicht, fängt gerade an, aufzuwachen - wenn die Blätter sich an den Trieben entwickelt haben, kann ich sie ja nochmal zeigen:
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      D. hemicrypta. sieht D. sylvatica zum verwechseln ähnlich. Mein Exemplar hat eine etwas dunklere Borke im Vergleich, aber ich weiß nicht, ob das typisch oder zufällig so ist:
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      Schiebt auch gerade erst ihr frisches Geschlängel, Blätter sind in Arbeit.
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      Und hier meine Tiefschläfer, allesamt D. elephantipes.

      Erstmal die absolut arttypischen Caudices:
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      Und hier der untypische:
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      Habe ich als D. elephantipes erworben, die typische Verborkung beginnt gerade erst, vorher war der Caudex glattrund-norpelig von der Oberfläche her, nicht wirklich typisch. Es soll (wirklich schlüssige Beweise konnte ich nicht finden) Unterarten geben, ich vermute aber eher eine unbedeutende regionale Abweichung. Blätter sehen auch arttypisch aus.

      D. elephantipes hat übrigens als typisches Merkmal diesen schrundigen Caudex - meist (zumindest in "Gefangenschaft") ist er auch gleichmäßig rund im Umriss, es gibt da aber auch sehr bizarre Formen, von spitzhügelig bis hin zu fragmentarisch-breit-ungleichmäßig.
      :blumiwaechst
      "Wir müssen die Natur nicht als unseren Feind betrachten, den es zu beherrschen und überwinden gilt, sondern wieder lernen, mit der Natur zu kooperieren. Sie hat eine viereinhalb Milliarden lange Erfahrung. Unsere ist wesentlich kürzer."
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von grünchen ()

    • Ahhhhh, dann hab ich sicherlich auch die elephantipes?
      Bei Google werden sowohl die elephantipes als auch die mexicana als Schildkrötenpflanzen bezeichent. Da blick ich jetzt nicht mehr durch.
      Ein Garten ist ein großartiger Lehrer. Er lehrt uns Geduld und umsichtige Wachsamkeit;
      er lehrt uns Fleiß und Sparsamkeit; und vor allem lehrt er vollkommenes Vertrauen.

      Gertrude Jekyll
    • Dann schubse ich hier auch noch schnell meine letzte Dioscorea rein - D.batatas (Syn. D. opposita), hier wächst der Caudex (wenn man es noch so bezeichnen kann, ich tendiere eher zu Knolle oder Rübe) unterirdisch. Im Spätsommer/ Herbst bilden sich dann Brutknöllchen an den Pflanzen - sehen aus wie kleine runde oder ovale Kartöffelchen.
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      Bis vor Kurzem hatte ich auch noch eine D. discolor, die hab ich aber weggegeben, weil sie mir im Frühjahr einfach zu spät aus den Hufen kam - vor Mitte Juni fing sie nie an, Laub zu schieben und bis sie endlich in voller Pracht wucherte - war es schon wieder Spätsommer. Aber schön ist sie zweifelsohne. Die Blätter sind dunkelgraugrün mit weißer Zeichnung, die Rückseite verfärbt sich im Laufe der Wachstumszeit immer dunkler violett.

      Und demnächst habe ich dann auch wieder eine D. mexicana (Syn. D. macrostachya). sie ähnelt vom Caudex am ehesten D. elephantipes, ist genauso höckerbildend, allerdings nicht so hochgewölbt und bleibt insgesamt eher flach. Im Alter fängt er auch häufig an, immer ungleichmäßiger zu wachsen. Sehr charakteristisch ist die Caudexfarbe im Vergleich zu D. elephantipes: ein ganz spezielles Graubraun, im Gegensatz zum hellen Ocker von D.elephantipes. Auch sind die Blätter "gröber", dunkler in der Farbe, größer und häufig auch eher länglich als breit.
      :blumiwaechst
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    • krautundrüben schrieb:

      Bei Google werden sowohl die elephantipes als auch die mexicana als Schildkrötenpflanzen bezeichent
      Das liegt daran, dass beide auch Elefantenfüße sind. Eben nur verschiedene Elefantenfuß-Arten. Es gibt ja auch verschiedene Rosenarten, deswegen sind es trotzdem alles Rosen.

      Die ursprüngliche Bezeichnung war mal Testudinaria (eher ungebräuchlich, wird kaum noch angewendet) - abgeleitet von Testudo - der Landschildkröte.
      Jetzt wird stattdessen die Familienbezeichnung Dioscorea verwendet. Viele Dioscoreen haben ja auch gar nicht diesen charakteristischen "Schildkrötenrücken" als Caudex, daher passt das besser.
      Bei der D. elephantipes steckt es auch direkt im Namen: Elephant und "pes", was hier Fuß heißt. sie stammt aus Südafrika.
      D. mexicana ist eine sehr ähnliche Art und stammt ursprünglich aus Mexico bzw. Mittelamerika.

      Es gibt übrigens noch ein Pflanze, die im Deutschen häufig "Elefantenfuß" genannt wird: Beaucarnea recurvata. Hat mit Dioscoreen überhaupt nix zu tun, und es gibt dafür auch noch einen passenderen deutschen Namen: Flaschenbaum.
      Deswegen mag ich die englische Bezeichnung "turtle back" (Schildkrötenrücken oder besser Schildkrötenpanzer) für Dioscorea Elephantipes bzw. D. mexicana lieber - keine Verwechslungsgefahr - und ich finde, die Caudices sehen auch eher nach Schildkrötenpanzern aus als nach Elefantenfüßen.
      :blumiwaechst
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    • krautundrüben schrieb:

      Danke, liebes Grünchen, das nenn ich mal ne umfassende u. präzise Erklärung.
      Man nennt es auch Geschwafel mit viel nutzlosem Ballast...
      :blumiwaechst
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    • grünchen schrieb:

      Und ich muss hier leider gleich korrigieren

      grünchen schrieb:

      Und es werden beide gerne falsch im Netz abgebildet
      Haha, ich schick dir mal eine Bildersammlung zum korrigieren :zopfie_zwinkgrins Ich kontrolliere das nicht immer nach wenn ich Pflanzen hier im Forum geschenkt bekomme :zopfie_nein Als die noch so groß war wie mein Daumen sah sie aber noch rund aus.

      grünchen schrieb:

      vorher war der Caudex glattrund
      Irgendwann dann gings los und sie ist aufgebrochen.

      grünchen schrieb:

      D.batatas
      Brüte ich auch gerade aus. Und dann noch das Sorgenkind D. bulbifera. Glaube die ist im Winter eingegangen. Ist winzig klein, vielleicht 2 cm. Die batatas liegt bei mir auch noch unter Erde, aber ich werde sie Stück für Stück freilegen. Ohne sichtbaren Caudex ist nicht so mein Fall. Wenn ihr das nicht passt Pech gehabt. Essen mag ich die "Lichtwurzel" (so wird sie gerade esoterisch vermarktet :rolleyes: ) auch nicht :zopfie_nein
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    • Exxotica schrieb:

      Haha, ich schick dir mal eine Bildersammlung zum korrigieren
      Lass mal, ich mache es nur, wo es mir offensichtlich auffällt und wo ich es sicher weiß. Nachschlagen kannst du deine Sammlung selber. :zopfie_zwinkgrins

      Exxotica schrieb:

      Irgendwann dann gings los und sie ist aufgebrochen.
      Anfangs sind sie alle klein, unschuldig und glatt. Meine nicht uniforme D. elephantipes war aber schon ein paar Jahre alt und hatte über 5cm Durchmesser und sah immernoch so aus. :kichergirl

      Exxotica schrieb:

      Und dann noch das Sorgenkind D. bulbifera. Glaube die ist im Winter eingegangen.
      Die hatte ich auch mal - seeehr kurz. :rotwerd

      Exxotica schrieb:

      Die batatas liegt bei mir auch noch unter Erde, aber ich werde sie Stück für Stück freilegen. Ohne sichtbaren Caudex ist nicht so mein Fall.
      Kannste vergessen.
      Wie ich schon schrieb - bildet keinen Caudex im eigenen Sinn - und egal, ob du sie direkt auf die Erdoberfläche oder 5cm tief pflanzt - sie zieht sich mit den Wurzeln immer nach ganz unten im Topf. Da kannst du keinen oberirdischen Caudex draus ziehen. :zopfie_nein aus D. bulbifera auch nicht. D. rupicola auch eher nicht, da klappt es bis zu einem gewissen Punkt, das funktioniert aber eher leidlich - und die Pflanze kümmert ihr ganzes oberirdisches Leben vor sich hin.

      Es gibt deutlich mehr Dioscoreen mit unterirdischer Speicherwurzel, das sollte man einfach nicht aus dem Auge verlieren. Ich mag die Caudices - aber genauso mag ich das Blattwerk und Geschlingel.
      Wenn du es nur auf Caudexgewächse abgesehen hast (oder, schön "deutsch" ausgedrückt: "Klotzpflanzen"), solltest du die Dioscoreen nicht im Hauptfokus haben, damit bist du dann nämlich schnell durch.

      Leider brauchen viele Arten entweder extrem viel Platz (nach unten) und entwickeln sich nicht richtig im Topf oder ein Klima, das man nur in nem Exoten-Gewächshaus mit 3x täglich Kunstmonsun imitieren kann.

      Exxotica schrieb:

      Essen mag ich die "Lichtwurzel" (so wird sie gerade esoterisch vermarktet ) auch nicht
      Die ist schon etwas länger auf dem Markt, hat für mich den gleichen Stellenwert wie andere pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel. Recht uninteressant.
      Wenn du mal ne Handvoll dieser Wurzeln in der Hand hattest (ich ja jedes Frühjahr beim neu Topfen - sind ja Starkzehrer), hättest du schon allein beim Anblick zum Schälen keine Lust mehr- wie ne Birne mit elendlangem halbzentimeterdickem Hals - und unten ne kleine daumendicke Murmel dran. Wird zwar jährlich dicker/länger, aber ich werfe die dicken Knollen immer weg, weil die langen Elende einfach zuviel Raum im Pott brauchen und pflanze nur die kleineren Knödel wieder ein.
      Die Knollen ziehen sich in freier Wildbahn mitunter metertief in den Boden - und der "Hals" schiebt sich bis nach oben und sobald er die Oberfläche erreicht, bildet sich daran der Trieb.
      Wenn ich Yams essen will, hole ich mir ein paar dicke Knollen (meist andere Arten) aus dem Asia-Market. WENN - bis jetzt kam das noch nicht vor. :zopfie_nein
      :blumiwaechst
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      Hans-Peter Dürr


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