Diskussion über Historie der Tomaten - OT aus Tomaten 2019

    • Diskussion über Historie der Tomaten - OT aus Tomaten 2019

      Mowa schrieb:

      "Harzfeuer"

      grünchen schrieb:

      Ist es ja auch, aber eben keine samenfeste.
      Also hier muss ich jetzt doch mal meinen Senf dazu geben.
      @grünchen Das stimmt so nicht ganz. Es gibt von 'Harzfeuer' tatsächlich auch eine samenfeste Variante. Soweit ich weiß, war das ostdeutsche Original ursprünglich keine F1-Hybride. Es wurde meines Wissens erst nach der Wende (vielleicht auch schon Ende der 80er? :zopfie_achselzuck ) eine Hybride gleichen Namens herausgebracht.
      Momentan sind sozusagen mehrere 'Harzfeuer' beziehbar. Die in den GC erhältlichen Samen sind aber ausschließlich F1-Hybriden. Die samenfeste Sorte bekommt man meist bei alternativen Saatguterzeugern.
      Ich selbst habe in diesem Jahr drei samenfeste Pflanzen unterschiedlicher Herkunft im Anbau. Sie sind alle kartoffelblättrig und entsprechen dem Hellfruchttyp. Geschmacklich kann ich bei den dreien keine Unterschiede feststellen. Sie sind sehr aromatisch und waren mit die ersten, die hier rot wurden.
      Lg Geranium


      Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar. :zopfie_glubsch
      (Astrid Lindgren)
    • Geranium schrieb:

      Das stimmt so nicht ganz. Es gibt von 'Harzfeuer' tatsächlich auch eine samenfeste Variante. Soweit ich weiß, war das ostdeutsche Original ursprünglich keine F1-Hybride. Es wurde meines Wissens erst nach der Wende (vielleicht auch schon Ende der 80er? ) eine Hybride gleichen Namens herausgebracht.
      Okay, das wusste ich nicht. Ich kenne nur die F1-Sorte. Und zumindest zu der kann ich sicher sagen, dass ich sie nicht mag. Aber das ist ja Geschmackssache.
      :blumiwaechst
      "Wir müssen die Natur nicht als unseren Feind betrachten, den es zu beherrschen und überwinden gilt, sondern wieder lernen, mit der Natur zu kooperieren. Sie hat eine viereinhalb Milliarden lange Erfahrung. Unsere ist wesentlich kürzer."
      Hans-Peter Dürr

      "Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!"
      Unbekannt
    • Upp. Bin zu spät. Ich wollte direkt auf Geranium antworten.
      Nun kann ich es auch nicht mehr ändern.

      'Harzfeuer'.

      Ich stimme Geranium zu, aber für mich stellt sich das Thema nochmal etwas anders dar:

      Harzfeuer, und zwar die samenfesten, gehörten zu den ersten Tomatenpflanzen, die auch in Westdeutschland etwa ab den 70ziger Jahren ( möglicherweise auch schon längst vorher) vertrieben wurden. Damals konnte man selbst noch keine Tomaten anzüchten ( das Wissen darum gab es einfach nicht) , sondern man musste vorgezogene Pflanzen kaufen. Das tat man in der Regel beim nahegelegenen Raiffeisen, denn in anderen Läden gab es diese Pflanzen nicht.

      Raiffeisen bot aber auch schon in den 60zigern Tomatenpflanzen an, und wenn ich den Worten meines verstorbenen Schwiegervaters Glauben schenken darf, war es vor allem die Pflanze 'Harzfeuer', die angeboten wurde. Diese Sorte war damals samenfest, nur niemand der normalen Hobbygärtner konnte damit etwas anfangen, weil man sich schlichtweg nicht traute, eigene Tomaten zu züchten.
      Wie es in der ehemaligen DDR genau war weiß ich nicht, aber auch dort gehörte die samenfeste Harzfeuer früh zum Sortiment.
      Die Leute dort waren aber im Prinzip schon weiter als wir im Westen: Sie vermehrten schon früh Tomaten selbst!

      WER tatsächlich auf die Mistidee gekommen ist, aus der samenfesten Harzfeuer ( die der breiten Bevölkerung gehörte, die sie hätte vermehren können, aber nicht recht wusste, wie es geht) eine F1 Hybride zu selektieren und unter dem selben Namen - der vermutlich nicht geschützt war - zu verkaufen, weiß ich nicht.
      Irgendein Raffzahn muss es gewesen sein.
      Ein gutes Geschäft für den Vertreiber. Kann man nicht anders sagen.

      So gibt es heute zwei Stämme von Harzfeuer. Zum einen die F1 Hybriden, die vermutlich auch geschützt sind, zum anderen diejenigen aus der ersten Kultur, als die ursprünglichen Harzfeuer noch samenfest waren. Ich weiß es nicht, aber ich glaube, wir müssen uns dafür mal bei den Damen und Herren aus der ehemaligen DDR bedanken. Bei ihnen überlebten die ursprünglichen Samen.
      Man bekommt sie heute noch. Allerdings nicht in Läden und Gartencentern, sondern in etwas alternativen shops ( wie @Geranium schon schrieb), und vor allem in Internet.

      Harzfeuer ist eine wohlschmeckende Stabtomate mit reichem Ertrag. Weil sie die erste Tomate war, die ich in meinem Leben überhaupt anbaute, erinnere ich mich, dass sie im Herbst zu Braunfäule neigte. Mein Vater, mein Schwiegervater und ich mussten da immer rumprobieren, wie wir die Tomatenpflanzen möglichst lange vor Regen schützen konnten.
      Was, weiß Gott, nicht ganz einfach war, denn Folienhäuser, oder rasch aufzubauende Plastiküberdeckungen gab es in den 60ziger Jahren, auch in den 70ziger Jahren noch nicht.

      LG
      Anjoli
      Ein Garten ist der Spiegel der Seele, die ihn betreut.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Anjoli ()

    • grünchen schrieb:

      Okay, das wusste ich nicht. Ich kenne nur die F1-Sorte. Und zumindest zu der kann ich sicher sagen, dass ich sie nicht mag. Aber das ist ja Geschmackssache.
      @grünchen
      Ja, das ist es. Ich kann gar nicht sagen, wie die F1 schmeckt :zopfie_peinlich . Ich hab sie nie probiert. Die samenfeste ist für mich aber sehr lecker und eigentlich die Tomate meiner Kindheit.
      Lg Geranium


      Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar. :zopfie_glubsch
      (Astrid Lindgren)
    • Geranium schrieb:

      grünchen schrieb:

      Okay, das wusste ich nicht. Ich kenne nur die F1-Sorte. Und zumindest zu der kann ich sicher sagen, dass ich sie nicht mag. Aber das ist ja Geschmackssache.
      @grünchenJa, das ist es. Ich kann gar nicht sagen, wie die F1 schmeckt :zopfie_peinlich . Ich hab sie nie probiert. Die samenfeste ist für mich aber sehr lecker und eigentlich die Tomate meiner Kindheit.
      You made my Day...die suche ich :gier
      Werd gleichmal das WWW umgraben und Schatzi bestellen lassen...


      Anjoli schrieb:

      Harzfeuer, und zwar die samenfesten, gehörten zu den ersten Tomatenpflanzen, die auch in Westdeutschland etwa ab den 70ziger Jahren ( möglicherweise auch schon längst vorher) vertrieben wurden. Damals konnte man selbst noch keine Tomaten anzüchten ( das Wissen darum gab es einfach nicht) , sondern man musste vorgezogene Pflanzen kaufen. Das tat man in der Regel beim nahegelegenen Raiffeisen, denn in anderen Läden gab es diese Pflanzen nicht.
      Hm...meine Großeltern hatten irgendwann zwischen 1970 und 1975 schon mind. 100 Tomatenstöcke im Garten, im Freiland stehen.
      Ich seh mich noch, wie ich mit meiner Schwester die warmen Tomaten direkt vom Busch in den Mund befördere. DER Geschmack meiner Kindheit :gier
      Mein Opa hat die Holzstecken in Teer getaucht, damit sie nicht abfaulen. Ich denke das hat er gemacht, weil er diverse Erfahrungen mit abgeknickten Tomatenstecken hatte...Und überhaupt..das Tomatenfeld sah mir nicht aus, wie wenn sie dass das erste Jahr gemacht hätten..da war schon ein Haufen Erfahrung dabei...Das sie über 100 Tomatenstöcke gekauft haben, kann ich mir nicht vorstellen...dazu hatten sie kein Geld und auch genug Ehrgeiz, die selber zu vermehren. Das muß in einer Zeit stattgefunden haben, als ich da noch kein Auge drauf hatte. Braunfäule war komplett unbekannt, aber Blütenendfäule gab es schon bei den Fleischtomaten.
      Ich schätze, das die Braunfäule irgendwie durch gekaufte Tomaten, über den Kompost in unsern Garten gekommen ist.
      Globalisierung sozusagen :zopfie_heul so wie uns heutzutage immermehr Schädlinge aus dem Rest der Welt einholen <X ...

      Ich muß meine Mutter mal interviewen, wann das gewesen sein könnte...und wann sie damit angefangen haben...
      Das selbst gebaute Haus wurde 1964 bezogen und ich schätze, da ging es dann auch schon bald los mit Gemüsegarten...
      Die Garage wurde erst später gebaut, erst als mein Vater Führerschein gemacht hat und ein Auto gekauft hat...vorher standen die Tomaten meine ich dort, wo jetzt die Garage ist...daran könnte man die Anfänge evt. nachvollziehen...
      Die Gartenaufzeichnungen meiner Oma müßten auch noch dasein..aber warscheinlich nicht aus den frühen Jahren...
      Das könnte ich mir eigentlich mal reinziehen...allgemein...hoffe nur, ich kann die Schrift einigermaßen lesen...
      VG Monika

      Hier ist mal ein kleiner geschichtlicher abriss, soweit ich sehen kann, ist das keine komerzielle Seite?
      tomaten-welt.de/tomaten/alte-tomatensorten/

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Mowa ()

    • ihr lieben Leutz,

      also, die erste/echte/originale Harzfeuer war, ist und wird immer eine Hybridsorte bleiben - also die Harzfeuer F1. Sie wurde in den 50er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts in der DDR, genauer gesagt in Quedlinburg, gezüchtet.

      Wenn im weltweiten Tomatennetz also immer wieder Leute in ihren Kindheitserinnerungen schwelgen, dann haben sie entweder diese Hybridsorte verspeist (hey das ist nicht schlimm, Hybridsorten sind nicht giftig!) oder es war keine echte Harzfeuer mehr.

      Warum die Harzfeuer immer wieder als alte samenfeste Sorte gepriesen wird, kann ich mir nur so erklären. Also, als erstes ist es tatsächlich eine relativ alte Sorte, aber eben keine samenfeste. Nun kommt aber die Plan/Mangelwirtschaft der DDR ins Spiel. Um an 'harte' Westwährung zu gelangen wurde sehr viel Saatgut auch in den Westen exportiert. Dementsprechend könnte ich mir gut vorstellen, dass die DDR-Bürger nicht immer ihr Saatgut einfach so im Laden kaufen konnten. Sie begannen also Saatgut aus der F1 zu entnehmen, auszusäen und auf Geschmack und sonstige Eigenschaften zu selektieren. So entstand die "samenfeste Harzfeuer", die aber keine Harzfeuer mehr ist!
      Diese neuen Tomatensorten fanden regional eine relativ gute Verbreitung, sie sind in den meisten Fällen kartoffelblättrig.
      Im Tomaten-Atlas wird diese Sorte als Harzfeuer Auslese bezeichnet.

      Und dann noch zur Braunfäule:
      Hier bei mir auf der Schwäbischen Alb gab es auch schon in 60er/70er Jahren des letzten Jahrhunderts massive Probleme mit der Braunfäule. Zusammen mit den nicht optimalen Klimabedingungen war ein Freiland-Tomatenanbau praktisch nicht möglich. Wenn es früher in manchen Gegenden weniger Probleme mit der Braunfäule gab, dann würde ich in erster Linie mal nachfragen, ob damals weniger Kartoffeln in der Umgebung angebaut wurden.
      Übrigens die originale Harzfeuer war relativ stark Braunfäule-anfällig, dieser Mangel wurde dann bei der 'Harzglut' verbessert. Dennoch fand die Harzglut bei weitem nicht diese Verbreitung in den Köpfen der Menschen und damit in den Gärten.
      Lieber Gruß
      Orlaya

      ----------------------------------------------------

      Nicht-wissen ist keine Schande, aber Nicht-wissen-wollen ist eine Schande.
      Bauernweisheit
    • Danke @Orlaya, du sprichst mir aus der Seele :kichergirl - wollte gerade schreiben, da las ich deinen Beitrag :zopfie_ja
      Habe nämlich auch vor einiger Zeit eine ganze Sendung über diese Tomatensorte beim MDR gesehen und auch ein Interview mit einem, der damals an der Zucht beteiligt war. Ich glaube, der Züchter Dr. Friedrich Fabig aus Quedlinburg lebt schon nicht mehr.

      Orlaya schrieb:

      Sie begannen also Saatgut aus der F1 zu entnehmen, auszusäen und auf Geschmack und sonstige Eigenschaften zu selektieren. So entstand die "samenfeste Harzfeuer",
      Genau - davon gab es wohl viele regionale Selektionen. Auch hat der Züchter noch weiter Tomatensorten gezüchtet, die ja vielleicht auch irrtümlich unter diesem Namen liefen :zopfie_ja
      LG Rena :tiersmilie02
    • Orlaya schrieb:

      also, die erste/echte/originale Harzfeuer war, ist und wird immer eine Hybridsorte bleiben - also die Harzfeuer F1. Sie wurde in den 50er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts in der DDR, genauer gesagt in Quedlinburg, gezüchtet.
      Also doch. :sommer01
      Hatte zwar gestern nochmal recherchiert und habe auch einige entsprechende Quellen gefunden, die genau das ausgesagt haben (und genausoviele und mehr Quellen, die das Gegenteil behaupten), aber da das Netz ja viel behauptet, besser nichts in die Richtung gesagt.

      Ich mag die Harzfeuer nicht, weil sie eher würzig und nicht ausgeprägt süß ist. Also den "klassischen" Tomatengeschmack hat, den viele lieben. Den mag ich so gar nicht.
      :blumiwaechst
      "Wir müssen die Natur nicht als unseren Feind betrachten, den es zu beherrschen und überwinden gilt, sondern wieder lernen, mit der Natur zu kooperieren. Sie hat eine viereinhalb Milliarden lange Erfahrung. Unsere ist wesentlich kürzer."
      Hans-Peter Dürr

      "Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!"
      Unbekannt
    • Anjoli schrieb:

      Damals konnte man selbst noch keine Tomaten anzüchten ( das Wissen darum gab es einfach nicht) , sondern man musste vorgezogene Pflanzen kaufen.
      Das halte ich jetzt für Unsinn. Gerade während und nach den Kriegsjahren waren Schrebergärten mit ertragreichen Gemüsebeeten und auch Tomaten absolut selbstverständlich, auch im Westen. Und natürlich auch mit selbst aus Samen gezogenen Pflanzen.

      Ich habe zahlreiche alte Gartenbaubücher aus der Zeit um die beiden Weltkriege und häufig stehen da auch Tomaten, Auberginen, Paprika drin - mit genauen Anzuchtanleitungen. Und solche Bücher waren sehr weit verbreitet, ähnlich dem Brockhaus hatten auch viele einen Boettner in ihrer Hausbibliothek, oder meist eher in der Schrebergartenlaube liegen.

      Dass die Gartenkultur in der DDR sich das konstant weiter bewahrt hat, lag wohl eher daran, dass im Westen die Selbstverständlichkeit des Gemüsegartens nach den 60ern deutlich abnahm, weil man ja jeden Franz und Furz ohne Probleme und Engpässe jederzeit bekommen konnte (und somit der rein dekorative Freizeitgarten als Prestigeobjekt Mode wurde) , in der DDR aber nicht. Und da war der eigene Gemüsegarten dann die Kompension zur mangelnden Vielfalt in den Kaufhallen.
      :blumiwaechst
      "Wir müssen die Natur nicht als unseren Feind betrachten, den es zu beherrschen und überwinden gilt, sondern wieder lernen, mit der Natur zu kooperieren. Sie hat eine viereinhalb Milliarden lange Erfahrung. Unsere ist wesentlich kürzer."
      Hans-Peter Dürr

      "Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!"
      Unbekannt
    • grünchen schrieb:

      Also doch. :sommer01
      :zopfie_umarm

      grünchen schrieb:

      Hatte zwar gestern nochmal recherchiert und habe auch einige entsprechende Quellen gefunden, die genau das ausgesagt haben (und genausoviele und mehr Quellen, die das Gegenteil behaupten), aber da das Netz ja viel behauptet, besser nichts in die Richtung gesagt.
      ja, ja, das Netz ist oft nicht so einfach zu verstehen. Vor allem schreibt da schnell einer vom anderen ab und dann weiß man gar nicht mehr, wie viele Quellen das jetzt wirklich sind.

      Aber wenn ich ganz einfach nach "Harzfeuer Tomate" suche (nicht nach samenfest und nicht nach F1) und so die ersten fünfzig Ergebnisse auswerte, dann wird es zumindest bei mir recht eindeutig. :zopfie_ja

      Die meisten Treffer kommen natürlich von irgendwelchen Verkaufs-Seiten, die entweder Samen oder Jungpflanzen anbieten. Es gibt nur wenige Treffer, die einfach nur Informationen bereit stellen.
      So und von den ersten 50 Ergebnissen sagten 34 Treffer die Harzfeuer ist eine F1-Hybride. 9 Seiten machten keine Angabe, nur 4 Seiten gaben an, dass die Harzfeuer samenfest sei (einmal aber mit der Ergänzung "Selektion Haas"). Drei Einträge kamen von Diskussionsforen, wobei zweimal nur am Rande erwähnt wurde, dass die Harzfeuer eine F1-Hybride sei. Einmal ging die Diskussion eben um diese Frage und dort wurde doch mit vielen Hinweisen aufgezeigt, dass es sich um eine F1-Hybride handelt.

      Also ich finde das ist schon recht eindeutig (37x Hybride, 9x keine Angabe, 4x samenfest)

      Und wer es jetzt immer noch nicht glauben mag, dass es zuerst die F1-Harzfeuer gab, der kann ja gerne beim BUND nachlesen (die Sorten sind alphabetisch sortiert). Ich denke da sieht man am besten, wie das ganze gelaufen ist.
      Lieber Gruß
      Orlaya

      ----------------------------------------------------

      Nicht-wissen ist keine Schande, aber Nicht-wissen-wollen ist eine Schande.
      Bauernweisheit
    • Orlaya schrieb:

      also, die erste/echte/originale Harzfeuer war, ist und wird immer eine Hybridsorte bleiben - also die Harzfeuer F1. Sie wurde in den 50er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts in der DDR, genauer gesagt in Quedlinburg, gezüchtet.
      :zopfie_ja Damals 1959 vom Bundessortenamt als Sorte zugelassen: bundessortenamt.de/apps55/bsa_sorteninfo/public/de

      zitze schrieb:

      Habe nämlich auch vor einiger Zeit eine ganze Sendung über diese Tomatensorte beim MDR gesehen und auch ein Interview mit einem, der damals an der Zucht beteiligt war. Ich glaube, der Züchter Dr. Friedrich Fabig aus Quedlinburg lebt schon nicht mehr.
      Und wenn tatsächlich "Quendlinburger Frühe Liebe" (kartoffelblättrig) die Mutter und "Moneymaker" (normalblättrig) der Vater von "Harzfeuer F1" (normalblättrig) ist, erscheint es mir auch plausibel, warum eine Auslese der F1-Hybride kartoffelblättrig ist. Oder?
      Der Mensch sollte sich niemals genieren, einen Irrtum zuzugeben, zeigt er doch damit,
      dass er sich entwickelt, dass er gescheiter ist als gestern. Alexander Pope (1688 - 1744)
    • grünchen schrieb:

      Gerade während und nach den Kriegsjahren waren Schrebergärten mit ertragreichen Gemüsebeeten und auch Tomaten absolut selbstverständlich, auch im Westen. Und natürlich auch mit selbst aus Samen gezogenen Pflanzen.
      Meine Schwester im Geiste spricht mir da jetzt auch aus der Seele :kichergirl
      Der Mensch sollte sich niemals genieren, einen Irrtum zuzugeben, zeigt er doch damit,
      dass er sich entwickelt, dass er gescheiter ist als gestern. Alexander Pope (1688 - 1744)
    • Ich finde die Diskussion um die alte Tomatensorte Harzfeuer sehr interessant.
      Ich versuche jetzt mal - vor allen für mich selbst - Licht ins Dunkel zu bringen.
      Wir wissen nun also, dass es von Harzfeuer zwei verschiedene Samenstränge gibt, einmal als F1 Hybride und einmal samenfest.

      Ich meinte, dass Menschen in Westdeutschland bis in die 70ziger Jahre keine eigenen Tomaten anzogen ( und es auch vorher nicht taten) , weil sie es einfach nicht konnten. Diese Aussage von mir ist eindeutig falsch. Heute früh habe ich eine Sendung im Radio gehört, nach der bereits im ersten Nachkriegssommer, 1946, Leute selbstgezogene Tomatenfrüchte anderen abgaben. Und diese Pflanzen hatten sie garantiert nicht gekauft. Wo hätten sie die auch herbekommen sollen?
      Grünchen, Du hast recht!

      Ich meinte ferner, Westdeutsche kauften in den 60zigern/70zigern ihre vorgezogenen Tomatenpflanzen im Laden, bei Raiffeisen. Ich glaube, diese Aussage stimmt wieder. Da war vielleicht ein älteres Wissen einfach abhanden gekommen, und es war schlichtweg praktischer, die vorgezogenen Tomaten zu kaufen.
      Mowa , du schreibst dazu:

      Mowa schrieb:

      Hm...meine Großeltern hatten irgendwann zwischen 1970 und 1975 schon mind. 100 Tomatenstöcke im Garten, im Freiland stehen.
      Ich seh mich noch, wie ich mit meiner Schwester die warmen Tomaten direkt vom Busch in den Mund befördere. DER Geschmack meiner Kindheit [img]https://www.tauschgartenforum.de/wcf/images/smilies/b2a40f8c9534b0b024c51766c1b00c76.gif[/img]
      Ja! Ich hatte das in meiner Kindheit auch! Allerdings waren es in unserem Garten maximal 5 Tomatenstauden und absolut keine hundert!
      Auch im Garten meines zukünfigen Schwiegervaters waren es vielleicht 5 Tomaten- von 100 konnte keine Rede sein.
      Und diese Tomatenpflanzen wurden, bei mir, im Ruhrgebiet- von den Großeltern eingekauft.
      Ich denke mal, Du, Monika, lebst klimatisch wärmer, von daher hatten Deine Vorfahren vermutlich größere Chancen, Tomaten anzuzüchten und anzubauen?

      Bei mir, im Ruhrgebiet waren die Dinger in den 60ziger/70ziger Jahren noch völlige Exoten. Der Herr Lehrer, der Herr Schuldirektor ( Schwiegervater) und der Herr Pfarrer schmückten ihre Gärten mit solchen Teilen. Dass meine Großeltern auch davon partizipierten, lag an der Nachbarschaft.
      Von sich aus wären sie nicht darauf gekommen. Die bauten Kartoffeln an, Erdbeeren, Salat und Kohl, ja? Eine warme Anzucht von Tomatensämlingen wäre bei denen - und auch bei meinen Eltern- überhaupt nicht möglich gewesen.
      Die Häuser im Ruhrgebiet wurden damals mit Kohle beheizt, und an den Fenstern bildeten sich winters über Nacht die schönsten Eisrosen.
      Jeder Tomatensämling wäre dabei sofort eingegangen.

      Ich denke mal, in der ehemaligen DDR war es - vielleicht - etwas anders. Nicht was die Kälte betrifft, sondern bezüglich der Kreativität.
      Ihre Menschen mussten in der Nachkriegszeit - und zur Zeit des westdeutschen Wirtschaftswunders - anbauen und rum experimentieren, was der Teufel hielt, um überhaupt was 'Tolles' zu haben.
      Ich staune immer noch über die alten DDR-Pfirische (Aus dem Forum, hier!), die ich seit vier Jahren in meinem Garten habe.
      Winterhart bis offenbar minus 20 Grad. Kräuselkrankheit? Nein, absolut nicht! Gesund bis in den letzten Zipfel!
      Also, diese Leute wussten was, und konnten ihre eigenen Sorten selektieren.
      Wie sie es mit der wärmebedürftigen Anzucht von Tomaten damals hinbekamen -- ich weiß es nicht.

      Ich weiß nur, ihr Staat stand ihnen zur Hilfe. Und zwar was die Züchtung von F1 Hybriden und gebeiztes Saatgut betraf.
      Ich war einmal, längst vor der Wende, um genau zu sein, 1983, in Ostberlin und habe interessehalber Saatgut gekauft. Für 5 Ostpfennig die Tüte. Man, man, man, die gingen ab wie nix!
      Egal ob rote Rüben, Wirsing, Weißkohl oder Kopfsalat, einmal gesät, traten die Winzlinge in völlig gleicher Stärke aus dem Boden, in Reih und Glied, wie Soldaten an der Front. Keinerlei Ausfall!
      Die Samen waren gebeizt, klar, und möglicherweise waren es alles F1 Hybriden. Stand aber nicht drauf.
      So kann es sein, dass die Tomate 'Harzfeuer' als F1 Hybride bereits in den 50zigern der Bevölkerung der ehemaligen DDR angeboten wurde.
      Und irgendwie haben die Leute sie heranziehen können.

      Es kann aber auch ganz anders sein.
      Es kann auch sein, dass alte Tomatensamen überlebten und von Hand zu Hand weitergegeben wurden. Wie bei diesen wunderbaren DDR -Pfirsichen, die man selbst heute noch nirgendwo öffentlich kaufen kann.
      Es kann sein, das so ein paar Samen der alten, ursprünglichen und samenfesten Harzfeuer überlebt haben.

      Denn, um mein Argument zu bekräftigen, sage ich folgendes: Wer nennt schon eine F1 Hybride 'Harzfeuer' , wenn der Name nicht bereits in der Bevölkerung bekannt war? Er hätte sie ja genauso gut "Erfurt" oder "Hallesches Wunder" oder "Eisenhüttenstadts Schönste" nennen können.
      Nein. Er wählte einen Namen, der in der Bevölkerung schon bekannt war. Und der ungeschützt war.
      Von daher gehe ich davon aus, dass die ursprüngliche Harzfeuer bereits existierte, bevor jemand eine F1 Hybride daraus züchtete. Jemand, der nur ihren Namen wählte.

      So erklären sich auch die zwei Stammbäume.

      Ich weiß, ich kann falsch liegen, aber ich habe es Euch zumindest erzählt. ;)

      LG
      Anjoli
      Ein Garten ist der Spiegel der Seele, die ihn betreut.

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Anjoli ()

    • Siham schrieb:

      Und wenn tatsächlich "Quendlinburger Frühe Liebe" (kartoffelblättrig) die Mutter und "Moneymaker" (normalblättrig) der Vater von "Harzfeuer F1" (normalblättrig) ist, erscheint es mir auch plausibel, warum eine Auslese der F1-Hybride kartoffelblättrig ist. Oder?
      absolut! :zopfie_ja
      die Eigenschaft "kartoffelblättrig" ist rezessiv, bei zwei reinerbigen Eltern würden die Kinder (F1) genau einmal das Gen für kartoffelblättrig und einmal für normalblättrig tragen, Phänotyp der F1-Generation wäre aber normalblättrig.
      Bei der F2-Generation würde ich dann 1/4 kartoffelblättrige Tomatenpflanzen erwarten.
      Lieber Gruß
      Orlaya

      ----------------------------------------------------

      Nicht-wissen ist keine Schande, aber Nicht-wissen-wollen ist eine Schande.
      Bauernweisheit
    • Anjoli schrieb:

      Wir wissen nun also, dass es von Harzfeuer zwei verschiedene Samenstränge gibt, einmal als F1 Hybride und einmal samenfest.
      Nein, wir wissen jetzt, dass die echte, originale und ursprüngliche Harzfeuer ohne Wenn und Aber eine F1-Sorte ist und die vermeintlich samenfesten Harzfeuer keine echten Harzfeuer sind, sondern samenfeste Selektionen, die von der Harzfeuer (wahrscheinlich/möglicherweise) abstammen.
      :blumiwaechst
      "Wir müssen die Natur nicht als unseren Feind betrachten, den es zu beherrschen und überwinden gilt, sondern wieder lernen, mit der Natur zu kooperieren. Sie hat eine viereinhalb Milliarden lange Erfahrung. Unsere ist wesentlich kürzer."
      Hans-Peter Dürr

      "Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!"
      Unbekannt
    • Märchengeschichten als Wahrheit hingestellt wie Beitrag 1756 möchte meine Wenigkeit hier nicht lesen :zopfie_noe



      Edit:
      Beitrag 3
      Der Mensch sollte sich niemals genieren, einen Irrtum zuzugeben, zeigt er doch damit,
      dass er sich entwickelt, dass er gescheiter ist als gestern. Alexander Pope (1688 - 1744)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Siham ()

    • Ich fands unterhaltsam und interessant, und habe aber im Hinterkopf, das es keine Tatsachen, sondern die eigenen Gedanken von Ihr, gespickt mit selbst erlebtem handelt.
      Von daher finde ich es nicht so verwerflich...

      Die frage ist, wo bekommt man diese Samenfesten DDR-selektionen her?
      Ich hab ja auch schon F1Hybriden weitervermehrt und es kam etwas dabei raus, was sich durchaus mit denen messen kann...
      zb. Die Phantasio...die sind wirklich prima, überraschend in der Vielfalt am Busch (runde Große und spitze herzfömige Kleinere), Geschmack, Ertrag und Gesundheit. Durchaus wert, weitervermehr zu werden...
      Da waren damals 5 Körner in der Packung für über 5€..näää, dafür bin ich zu geizig...
      Und zu allem Überfluss wurden sie krank, obwohl angeblich resistent :zopfie_haareberge
      Wobei die Nachgezogenen nicht krank werden...warum? Weil sie bereits an meine Bedingungen angepasst sind?

      Das hoffe ich auch für meine diesjährigen Neuzugänge...die sind nicht wirklich robust...haben früh die Flitsch gehängt, wenig getragen...
      Begeisterung sieht anders aus...hoffe nur, das ich mir nix eingeschleppt habe und hoffe, das die selbst genommenen Samen dann besser sind.
      Sorry über das Urteil..aber die waren auch nicht verhütet...da kam teilweise was ganz anderes raus..wie zb. rotfrüchtige Bianca, statt weißlichgelb, und die Ovalen Smaragdbirnen, statt Birnenförmig und die Reisetomaten, die nur 4 schwache einkerbungen hatten, anstatt leicht lösliche Segmente...das hat mich schon einigermaßen bestürzt und ich bin froh, das ich von jeder 2-4 gesäht habe, damit überhaupt eine Pflanze dabei war, von der ich einigermaßen das Erwartete ernten und Samen nehmen konnte...Hab noch davon und werde nächstes Jahr verhüten...is halt immer blöd, wenn man mitten in der Saison, wenn man eh nicht weiß, wo man zuerst anfangen soll, zwischen den Tomatenstöcken rumkrabbelt und Teefilter über die Blüten bastelt...und dann, wenn man auf die ersten Tomaten giert, erstmal Samen machen muß...Wobei die ersten warscheinlich nicht bestäubt werden, weil das Gewächshaus oft noch zu ist und die Insekten noch nicht so reichlich fliegen, wie später im Jahr.

      VG Monika
    • Ich muss zugeben, ich hatte die Entwicklungsgeschichte, der 'Harzfeuer' so nicht im Hinterkopf :zopfie_peinlich . Bei uns wurde sie immer als samenfeste angebaut und dann auch als Harzfeuer benannt. Dann hatten wir wahrscheinlich frühzeitig diese Auslese. Ich habe das dann nicht weiter hinterfragt :zopfie_schaem .

      grünchen schrieb:

      Nein, wir wissen jetzt, dass die echte, originale und ursprüngliche Harzfeuer ohne Wenn und Aber eine F1-Sorte ist und die vermeintlich samenfesten Harzfeuer keine echten Harzfeuer sind, sondern samenfeste Selektionen, die von der Harzfeuer (wahrscheinlich/möglicherweise) abstammen.
      Genauso würde ich das jetzt auch sehen.

      Orlaya schrieb:

      Harzfeuer Auslese
      Diese Benennung gefällt mir gut und ich werde sie so jetzt auch aufgreifen. Damit es nicht mehr zu Verwirrungen kommen kann.

      Orlaya schrieb:

      Siham schrieb:

      Und wenn tatsächlich "Quendlinburger Frühe Liebe" (kartoffelblättrig) die Mutter und "Moneymaker" (normalblättrig) der Vater von "Harzfeuer F1" (normalblättrig) ist, erscheint es mir auch plausibel, warum eine Auslese der F1-Hybride kartoffelblättrig ist. Oder?
      absolut! :zopfie_ja die Eigenschaft "kartoffelblättrig" ist rezessiv, bei zwei reinerbigen Eltern würden die Kinder (F1) genau einmal das Gen für kartoffelblättrig und einmal für normalblättrig tragen, Phänotyp der F1-Generation wäre aber normalblättrig.
      Bei der F2-Generation würde ich dann 1/4 kartoffelblättrige Tomatenpflanzen erwarten.
      Das hast Du sehr gut erklärt @Orlaya.
      Nur geschmacklich ist da in den Nachfolgegenerationen schon noch etwas passiert :zopfie_ja . Die 'Quedlinburger Frühe Liebe' meiner Meinung nach nicht so lecker wie die 'Harzfeuer Auslese'. Nur mal so als Randbemerkung. :zopfie_zwinkgrins

      Anjoli schrieb:

      Ich denke mal, in der ehemaligen DDR war es - vielleicht - etwas anders. Nicht was die Kälte betrifft, sondern bezüglich der Kreativität.
      Ihre Menschen mussten in der Nachkriegszeit - und zur Zeit des westdeutschen Wirtschaftswunders - anbauen und rum experimentieren, was der Teufel hielt, um überhaupt was 'Tolles' zu haben.
      @Anjoli So wie Du das formulierst, klingt es, als hätten wir in der DDR nichts zu essen gehabt. Das stößt mir echt ungut auf.
      Hier musste keiner hungern und wir waren auch kein Dritte-Welt-Land.
      Lg Geranium


      Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar. :zopfie_glubsch
      (Astrid Lindgren)
    • Kurz auch von mir OT dazu:

      Nicht nur Anjolis 'es gab das Wissen zum Tomatenvermehren noch nicht' ...
      Mir kommt hier so einiges vor wie aus dem Reich der Märchen und Sagen und des Jägerlateins [img]https://www.tauschgartenforum.de/wcf/images/smilies/zopfie_zwinkgrins.gif[/img]

      Mowa schrieb:

      Hm...meine Großeltern hatten irgendwann zwischen 1970 und 1975 schon mind. 100 Tomatenstöcke im Garten
      Mit Ü50 bin ich ungefähr zur selben Zeit durch den Gemüsegarten meiner Großeltern gelaufen.

      Meine Großeltern waren alt, ich kenne sie nur als Rentner. Im Gemüsegarten gab es das übliche, Kohl, Bohnen, Kartoffeln, Porree, Rhababer, Erdbeeren.... Keine Tomaten obwohl mein Opa auch bei Raiffeisen eingekauft hat. Vielleicht war ihm das aber auch nur zu neumodisch.
      Noch dazu hatten wir eine Obstwiese, Beerensträucher, einen kleiner Blumengarten und Opas Hobby die Brieftauben.
      Ich kann mich daran erinnern das Oma und Opa ständig mit einkochen, Saft machen, Marmelade kochen, Tauben schlachten oder Backen beschäftigt waren. Langeweile gab es nicht und zu Geburtstagen wurde gerne ein Stuten oder eine Torte verschenkt, das brauchte etwas Vorbereitungszeit (Opa war Konditor). Als Kind habe ich beim Backen gerne zugesehen, beim Schnippelbohnen schnipseln nicht, zum Kirschen entkernen wurden wir mit eingespannt. Zumindest meine Großeltern hätten nicht gewusst was sie mit so vielen Tomaten hätten anfangen sollen würde ich mal behaupten. Aber OK, kann bei anderen Leuten ja anders sein. :zopfie_studier
      So OT aus.