Schnittmaßnahmen an historischen Rosen - Erfahrungen

    • Schnittmaßnahmen an historischen Rosen - Erfahrungen

      Unter den Rosenliebhabern hier im Forum gibt es ja einige, die historische bzw alte Rosen kultivieren.
      Wenn man 3 Gärtner nach ihrer Schnittpraxis fragt, bekommt man 4 Meinungen :kichergirl . Ich habe mir gedacht, wir sammeln in diesem Thread einfach mal die Erfahrungen, die mit den unterschiedlichen Schnittmöglichkeiten gemacht wurden.

      Ich persönlich schneide derzeit meine historischen Rosen zweimal im Jahr.
      Im Frühjahr zur Forsythienblüte erfolgt der Rückschnitt, wo ich den Strauch ca. 1/3 zurücknehme. Dabei entferne ich alles alte und kranke Holz und der Strauch bekommt eine leichte Kuppelform.
      Immer Sommer kürze ich dann nochmal die "vegetativen Schwuppen" auf Strauchhöhe ein.

      Manche locker wachsende Sträucher, wie die 'Muscosa', fallen während der Blüte manchmal etwas auseinander. Um das zukünftig zu verhindern, überlege ich gerade, ob ich auf den Schnitt nach John Scarman umstellen sollte. Bei dieser Schnittvariante wird ja dreimal im Jahr geschnitten und man erhält kompaktere Sträucher.

      Praktiziert jemand von Euch diese Schnitttechnik? Eure Erfahrungen würden mich interessieren.
      Lg Geranium


      Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar. :zopfie_glubsch
      (Astrid Lindgren)
    • nellymaus schrieb:

      Das sind wohl die vegetativen Schwuppen" von denen du sprichst, oder?
      Ja genau :zopfie_ja . Bei Kletterpflanzen fallen die noch ein Stück länger aus. Die letzten Tage habe ich bei 'Blairii No.1' und 'Bobbie James' diese "Schwuppen" ebenfalls nochmal zurückgenommen. Die beiden lassen diese gern in Richtung Weg wachsen. :zopfie_augenroll
      Lg Geranium


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    • Geranium schrieb:

      wir sammeln in diesem Thread einfach mal die Erfahrungen, die mit den unterschiedlichen Schnittmöglichkeiten gemacht wurden.
      Ich finde das prima, eine gute Idee. Auch ich würde mich freuen, wenn wir unsere Erfahrungen hier zusammentragen könnten. Sicher kann ich noch eine Menge lernen.

      Meine einmalblühenden historischen Rosen (vornehmlich R. gallica) schneide ich max. zweimal im Jahr. Im Vorfrühling nehme ich totes Holz heraus, sofern es welches gibt und lichte zu dicht gewachsene Sträucher ggf. weiter aus. Rosen, die beides nicht nötig haben, lasse ich in Ruhe. Hauptsächlich schneide ich sie nach der Blüte. Dabei nehme ich je nach Größe des Strauches bis zu 1/3 zurück.

      Mehrmals blühende historische Rosen, wie die Remontantrosen oder die Bourbonrosen lichte ich ebenfalls im Frühling aus, sofern nötig, schneide sie auf die gewünschte Höhe zurück. Während des Sommers entferne ich ständig alles Verblühte. Lesen kann man immer, bis auf das erste vollentwickelte Blatt soll man schneiden. Inzwischen fand ich diesen Tipp viel umsetzbarer: möglichst von oben den Trieb betrachten, dann ist oft bereits zu erkennen, aus welchem Auge die Rose wieder treiben will. So schneide ich dann jetzt.

      Sehr unsicher bin ich noch, was die Kletterrosen und zum Teil auch Rambler angeht. Da ist mir unklar, wie ich neue Leittriebe heranziehen, bzw. wann ich alte Leittriebe herausnehmen soll. Und auch, was die vegetativen Schwuppen angeht, kann ich noch Infos gebrauchen. Aus diesen vegetativen Schwuppen würden doch auch blühfähige Triebe entstehen?
      "..., dass draußen Blumen rufen, zu einem Tag voll Weite, Glück und Wind..."
      (Rainer Maria Rilke, Das Stunden-Buch)
    • Historische Rosen habe ich ja nicht - aber einige Erfahrung mit meiner roten Kletterrose :zopfie_ja

      Ste schrieb:

      wie ich neue Leittriebe heranziehen, bzw. wann ich alte Leittriebe herausnehmen soll
      Kommt ein frischer Trieb von unten und geht kerzengerade nach oben, wird das ein neuer Leittrieb, den ich erst einmal am Gerüst befestige.
      Einen alten Trieb nehme ich raus, wenn er schon sehr verholzt ist und auch schon viele Seiten-Äste absterben - dann wird er unten abgesägt und der neue Trieb an die Stelle gebunden.

      Ste schrieb:

      Und auch, was die vegetativen Schwuppen angeht, kann ich noch Infos gebrauchen. Aus diesen vegetativen Schwuppen würden doch auch blühfähige Triebe entstehen?
      Hier auch, entweder kürze ich die ein - oder binde die an eine frei gewordenen Stelle waagerecht oben am Bogen fest - im nächsten Jahr bilden die dann Seitentriebe mit Blüten :zopfie_ja
      LG Rena :tiersmilie02
    • zitze schrieb:

      Kommt ein frischer Trieb von unten und geht kerzengerade nach oben, wird das ein neuer Leittrieb
      Lässt du alle stehen, bzw. wieviele?

      zitze schrieb:

      Hier auch, entweder kürze ich die ein - oder binde die an eine frei gewordenen Stelle waagerecht oben am Bogen fest
      Das heißt dann ja, dass einkürzen wegnehmen ist, wenn kein Platz vorhanden ist?

      :zopfie_kopfkratz
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      (Rainer Maria Rilke, Das Stunden-Buch)
    • Ste schrieb:

      Lässt du alle stehen, bzw. wieviele?
      Sooo viele kommen da ja nicht :zopfie_nein - bis jetzt habe ich alle stehen lassen :zopfie_ja Wenn es da im Jahr pro Seite so 1-2 Stück sind, habe ich die bis jetzt immer gebrauchen können :kichergirl

      Ste schrieb:

      dass einkürzen wegnehmen ist
      Wenn ich keinen langen brauche, den ich am Bogen anbinde - kürze ich die auf 20 - 30 cm ein, die stehen ja dann meist nach oben weg.
      Da kommen dann im nächsten Jahr die meisten Blüten dran.
      LG Rena :tiersmilie02
    • Hallo,
      also ich schneide meine Rosen auch, wenn die Forsythien blühen zurück und zwar recht kräftig.
      Ansonsten schneide auch auch während des Sommers alles Verblühte bis auf das erste 5-blättrige Blatt zurück.

      Bei der Bobbie James bin ich verzweifelt. Das war ein so riesiges Monster im Baum, das ich echt nicht gewußt hätte, wie ich da überhaupt was schneiden und wie ich das aus dem Baum bekommen soll. Wir haben sie dann doch dort komplett weggenommen, den alten Baum abgesägt und oben ein Vogelhaus draufgestellt.

      gruss heike
    • Geranium schrieb:

      Ich persönlich schneide derzeit meine historischen Rosen zweimal im Jahr.
      Im Frühjahr zur Forsythienblüte erfolgt der Rückschnitt, wo ich den Strauch ca. 1/3 zurücknehme. Dabei entferne ich alles alte und kranke Holz und der Strauch bekommt eine leichte Kuppelform.
      So mache ich es eigentlich auch.

      Wieviel ich von der Rose wegnehme, entscheide ich allerdings bei jeder Rose extra. Jede Rose hat dann doch ihre persönliche Wuchsform. Manche sind schmaler. Andere sind wieder breiter oder verzweigen sich mehr. Manche haben viel mehr Totholz, das raus muss.
      Dann kommt noch drauf an, wo sie stehen. Prosperity steht hinter einer Gartenbank. Die habe ich dann höher werden lassen.


      Geranium schrieb:

      Immer Sommer kürze ich dann nochmal die "vegetativen Schwuppen" auf Strauchhöhe ein.
      Wir sagen immer Angelruten. :kichergirl

      Ich mache das auch so wie du.
      Man merkt bei denen auch immer gut, wann man schneiden muss. Immer dann, wenn sie so lang sind dass sie die aktuelle Blüte überdecken. Dann stören sie auch im Gesamtbild.

      Bei Lykkefund müssen wir die auch im Herbst noch mal zurücknehmen. Die wachsen unheimlich stark.

      Alle Ramblerrose schneide ich aber auch ganz gerne, wenn keine Blätter mehr dran sind. Dann hat nur noch den besseren Überblick.

      Und bei vielen Ramblers kann man auch nicht bis Forsythienblüte warten. Die treiben vorher schon aus.
      Finde ich aber ganz praktisch, denn alle Rosen schafft man zu Forsythienblüte gar nicht. Jedenfalls geht das mir so.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ambersun ()

    • wiggi schrieb:


      Bei der Bobbie James bin ich verzweifelt. Das war ein so riesiges Monster im Baum, das ich echt nicht gewußt hätte, wie ich da überhaupt was schneiden und wie ich das aus dem Baum bekommen soll.
      Das kann ich dir voll und ganz nachfühlen. Das ist mir auch schon mal so gegangen.
      Wenn man die nicht regelmäßig schneidet, dann hat man erstmal verloren.

      Wir haben unsere mal in zwei Etappen zurückgeschnitten. Erst einen Teil im Herbst. Dann den Rest im Frühjahr. Das war eine Heidenarbeit.
    • Ich habe Bobbie James ja am Gartentor :zopfie_ja . Ich weiß, es ist für diese massive Rose nicht der optimale Standort an einem Durchgang, aber ich finde ihn dort herrlich :zopfie_herzaugen . Das bedeutet aber auch, dass ich ihn ganz schön mit Schnittmaßnahmen gängeln muss.
      Oft schneide ich ihn dreimal im Jahr. Im Herbst, im Frühjahr und im Sommer, wenn die Schwuppen kommen. Dadurch bildet er einen schönen Schirm über dem Tor - ein Traum zur Blütezeit :WOW .
      GG findet's manchmal nicht so lustig. Wenn ich den Schnitt vertrödele, hält ihn der Bobbie gerne mal fest :kichergirl und dann wird geschimpft :zopfie_wart .
      Lg Geranium


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    • Ich weiß nicht, ob die Venusta pendula mit den Maßen von Bobbie James vergleichbar ist. Auf jeden Fall ist sie mein größter Rambler und sie habe ich Jahre gar nicht geschnitten. Sie misst wohl 5m Höhe und fast die gleiche Breite. Nur in den letzten Jahren hab ich mal totes Holz von ganz unten weggenommen. Es geht dort im alten Kirschbaum aber auch gut so. Ich komm nur nicht ran, die ab 3 m herunter hängenden Zweige mal höher zu leiten. In der Zwischenzeit hab ich mal in mein Scarman-Buch geschaut, um das mit dem Schnitt der vegetativen Triebe besser zu verstehen. Gibt's mehrere Bücher von ihm? Ich hab 'Gärtnern mit Alten Rosen' und behaupte, dass ich sooo stark auffallende veg. Triebe an meinen Sträuchern noch nicht gesehen habe. :zopfie_glubsch Wobei das alles schlüssig klingt - bis auf den Verzicht des Auslichtens, finde ich. Ich werde im nächsten Sommer auf jeden Fall gezielt drauf achten. Interessant finde ich die Aussage, dass der Zeitpunkt des 3.Schnitts relativ egal ist. Was sagt ihr dazu?
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    • Ste schrieb:

      Interessant finde ich die Aussage, dass der Zeitpunkt des 3.Schnitts relativ egal ist. Was sagt ihr dazu?
      Bedenke dabei, dass es in Großbritannien tatsächlich egal ist :zopfie_zwinkgrins , da dort bedingt durch den Golfstrom im Winter ein milderes Klima herrscht als hier. Ich würde in unserem etwas kontinentaler geprägtem Klima immer erst schneiden, wenn die Blattknopsen schwellen.

      Ste schrieb:

      behaupte, dass ich sooo stark auffallende veg. Triebe an meinen Sträuchern noch nicht gesehen habe.
      Das machen bei mir auch nicht alle Rosen. Ich behaupte mal, wenn man sie nur mäßig schneidet, bilden sie auch nicht so starke vegetative Triebe aus. Man sagt ja: Je mehr man schneidet, desto stärker der Austrieb :zopfie_zwink . Auf Seite 106 im von Dir erwähnten Scarman-Buch sieht man die vegetativen Triebe richtig gut.
      Lg Geranium


      Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar. :zopfie_glubsch
      (Astrid Lindgren)
    • Genau das war meine Überlegung :hat er das Buch basierend auf seinen Erfahrungen in Großbritannien oder in Ettenbuehl geschrieben. Bzw. wurden best. Angaben für den deutschen Markt überarbeitet. In den Büchern von Peter Beales ist das nämlich so. Und ja, genau wie auf Seite106sah sah es bei mir noch nie aus. :zopfie_zwinkgrins
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    • Ste schrieb:

      Und ja, genau wie auf Seite106sah sah es bei mir noch nie aus.
      Bei mir eben schon :zopfie_ja . Das war aber nur dann der Fall, wenn ich rigoros zurückgeschnitten hatte. Vor allem bei meinen älteren, gut eingewachsenen Sträuchern ist das schön zu beobachten.

      Ste schrieb:

      hat er das Buch basierend auf seinen Erfahrungen in Großbritannien

      Ste schrieb:

      wurden best. Angaben für den deutschen Markt überarbeitet
      Ich vermute mal, dass es in diesem Punkt nicht überarbeitet wurde. Auch kann man ja gravierende Unterschiede innerhalb Deutschlands feststellen. Würde ich am Niederrhein wohnen, wäre ich sicherlich nicht so vorsichtig mit dem 3. Rückschnit :kichergirl .
      Lg Geranium


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