Mondkalender, Tips, Regeln, Beobachtungen, Arbeitstermine

    • ralui schrieb:

      Experiment just for fun
      Würde mich sehr freuen wenn du deine Erfahrung mit uns teilst.
      Habe nämlich in der 1. Charge meist mehr Platz im Beet als zum Herbst hin.
      Bei positivem Bericht würde ich das auch gern versuchen.
      Interessant wäre für mich vor allem der erntezeitpunkt.
      Dieses Jahr ist das Beet schon voll verplant und auch das Saatgut habe ich schon hier liegen. Müsste ich also sowieso auf nächstes Jahr verschieben.
      Habe, wie gesagt, bisher nur vom frühanbau von Blumenkohl gelesen....
    • Ihr solltet etwas aufpassen, mit dem Glauben an Mondkalender.

      Es gibt zum einen zwei, den astrologischen, nach den klassischen ( richtig ausgerechneten ) Ephemeriden, die auch , zumindest früher, zur Schifffahrt benutzt wurden, und dem siderischen, nach Maria Thun.
      Es gibt aber sogar noch Abweichler, bei der heutigen Googlesuche, von denen ich gar nicht weiß, woher die Werte stammen können.
      Aber allein schon zwischen dem klassischen Mondkalender nach den Ephemeriden, und dem siderischen, fallen die Wurzel-, Frucht- und Blatttage bereits auseinander.

      Ich habe mich vor 20 Jahren mal länger damit beschäftigt. Damals beschäftigte ich mich auch stark mit Astrologie, und ich wollte einfach wissen, was der Deutungs-Unterschied zwischen einem klassischen und einem siderischen Horoskop ist. Die liegen übrigens- deutungsmäßig - gar nicht weit auseinander, wie ich dann erfahren durfte.
      Aber, was ist denn überhaupt der Unterschied?

      Die klassischen Ephemeriden richten sich nach dem Gregorgianischen Kalender, der heutzutage nahezu weltweit gilt. Sie beschreiben das, was am Himmel geschieht, nach dessen ( rechnerischen) Werten. So ist dort der Zodiak in zwölf gleich große Felder aufgeteilt, wie wir- in Deutschland lebende - es von Kindheit an kennen: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau.. etc. Alle Zeichen sind gleich groß!

      Der siderische Kalender und dessen Astrologie hingegen richtet sich nach der tatsächlichen Beobachtung der Sterne.
      Er geht auf die alten Babylonier zurück, die möglicherweise irgendwo in Sumer in der sternklaren Wüste hockten ( die heiligen drei Könige fallen mir gerade dazu ein) , und schlichtweg mit eigenen Augen sahen, dass zum Beispiel das Sternzeichen der Jungfrau viel länger den Himmel beherrscht, als z.B. das des Löwen. Es gab für sie auch noch ein 13. Sternzeichen, welches im Zuge des gregorianischen Kalenders schlichtweg fortgekürzt wurde. Heute hat der 'moderne' siderische Kalender auch nur noch 12 Sternzeichen.
      Dennoch ist der siderische Kalender an andere Werte geknüpft als der normal astrologische. Wir begegnen hier einer Schere zwischen Ausrechnung und Wegrechnung, und Beobachtung und Wegrechnung. Deshalb fallen beide zum Teil zeitlich auseinander.

      In der astrologischen Deutung macht das übrigens nichts. Ich habe es fast nicht glauben können, aber man kommt mit einem siderischen Horoskkop eines Menschen zu nahezu den gleichen Ergebnissen, wie mit einem klassisch astrologischen.

      Anders ist es aber mit dem Mond in der Gartenpflege. Das ist ja nun der (im Zodiak) am schnellsten laufende Himmelskörper. Da zeichnen sich dann deutliche Unterschiede ab. Also, während die eine Richtung ihn noch meinetwegen im Stier sieht, hat die andere ihn bereits in den Zwilligen. So fallen auch die Frucht-, Blatt- und sonstwie Tage auseinander.
      Und dabei kann man machen was man will - man weiß einfach nix.
      Ich habe das damals mit den Mondkalendern - und meiner Orientierung daran - komplett aufgegeben.

      Dass der Mond auf unserer Erde Ebbe und Flut bestimmt, das ist - auch rein wissenschaftlich - unbestritten. Dass der Mond einen starken Einfluss auf die Menstruation der Frauen hat, ist für mich durchaus naheliegend. Dass der Mond auch Einfluss auf einen Geburtszeitpunkt hat, möchte ich nicht von der Hand weisen.
      Mond ist in nahezu allen Astrologieformen mit "Wasser" asoziiert. Er hat auch etwas mit aufsteigender Feuchtigkeit in Pflanzen zu tun. Je stärker er steht, je voller er wird, um so mehr kann sich seine wasseraufsteigende Kraft auf Pflanzen auswirken.

      Aber die Diskrepanz zwischen dem siderischen und dem astrologischen Kalender möchte ich hiermit deutlich nennen, und damit das Festlegen auf Blatt- und Frucht- und Blütentage doch massiv in Frage stellen!

      Geli
      Ein Garten ist der Spiegel der Seele, die ihn betreut.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Anjoli ()

    • Anjoli schrieb:

      Ihr solltet etwas aufpassen, mit dem Glauben an Mondkalender.

      Anjoli schrieb:

      Aber die Diskrepanz zwischen dem siderischen und dem astrologischen Kalender möchte ich hiermit nennen, und damit das Festlegen auf Blatt- und Frucht- und Blütentage doch massiv in Frage stellen!
      Erstmal vielen Dank für deinen Text hier. Das ist, wenn ich ehrlich sein darf, seit langen mal wieder ein Beitrag von dir, den ich wirklich gerne gelesen habe :zopfie_ja .

      Inhaltlich hast du bestimmt recht. Ich habe von Astrologie so gar keine Ahnung, habe mich nie näher damit befasst. :zopfie_nein
      Allerdings habe ich schon vor einiger Zeit festgestellt, dass der Mond durchaus Einfluss auf mich persönlich hat und da lag es halt nahe, mal zu schauen ob das auch auf meine Pflanzen zutrifft. Da kann ich mir tatsächlich auch vorstellen, das es sich positiv auswirken kann bei abnehmenden Mond z.B. Gemüse welches unterirdisch wächst (Zwiebeln...) und bei zunehmenden Mond oberirdisches Gemüse (Salate...) zu säen/planzen usw.. Ob´s Stimmt? :zopfie_achselzuck Wer weiß :zopfie_zwink ...für mich ist das eher eine nette Spielerei :zopfie_ja
      Wer weiter denkt-
      kauft näher ein.
    • Hei, ja, danke....das erklärt, warum die Saattage so unterschiedlich beschrieben werden...
      Nur weiß ich jetzt nicht, was ich für mich daraus ziehen soll? Welchen soll ich jetzt bevorzugen?

      ralui schrieb:

      Ob´s Stimmt? Wer weiß ...für mich ist das eher eine nette Spielerei
      Ja, auf jeden Fall...wenns in den Kram passt, kann man sich ja dran halten..wenn nicht, ignorieren...
      Nur wäre es interessehalber evt. gut, Aussaaten die nicht nach Mondkalender stattgefunden haben, irgendwie zu markieren?
      Nach Mond ein gelbes Bändchen, frei Schnauze ein rotes Bändchen?
      Siehe meine Spinataussaaten ohne Mond im letzten halben Jahr...alles Bauchplatscher..wobei ich Manopa genommen hatte..den "verbesserten" Matador. Dem haben sie die Oxalsäure rausgezüchtet...Nächstes Mal werd ich die nebeneinander anbauen...auf dem gleichen Beet..einen Streifen Manopa, einen Streifen Matador...oft sind es auchnoch andere Einflüsse, die einem die Petersilie verhageln kann...

      Der Mond hat schatzi und mich sehr schlecht schlafen lassen die letzten Tage...Rollo war komplett unten...nix weil es im Schlafzimmer heller war...Er ist nachts rumgegeistert und hat mich geweckt...ich bin abends einfach nicht müde geworden, und bin am nächsten morgen gerädert aufgewacht..viel zu früh, hellwach...sonst alles wie normal :zopfie_achselzuck

      VG Monika
    • Mowa schrieb:

      Der Mond hat schatzi und mich sehr schlecht schlafen lassen die letzten Tage...Rollo war komplett unten...nix weil es im Schlafzimmer heller war...Er ist nachts rumgegeistert und hat mich geweckt...ich bin abends einfach nicht müde geworden, und bin am nächsten morgen gerädert aufgewacht..viel zu früh, hellwach...sonst alles wie normal
      Das geht mir in der Vollmondnacht auch immer so, ich werde an dem Abend einfach nicht müde und gehe sehr spät ins Bett. Schlafen kann ich dann allerdings recht gut und bin am nächsten Morgen auch wieder relativ früh wach und munter.
      Es liegt dann auch nicht an der Helligkeit vom Mond, selbst wenn ich in einen Zimmer schlafe wo die Außenjalousie runter und es stockdunkel ist, bin ich nicht müde, bzw. werde es erst sehr spät.

      Außerdem hab ich schon sehr oft beobachtet, gestern gerade wieder, das die Vollmondnächte sehr klar und kalt sind. Gestern war es nach mehreren milden Abenden, mal wieder richtig eisig, aber eben total schöne, klare Luft.
      Ich gehe deshalb auch gerne mal bei Vollmond spazieren.
      Wer weiter denkt-
      kauft näher ein.
    • Genau...laut andern Leuten alles Einbildung :vogel_zeig
      Aber lieber so, als Leute, die vor Vollmond agressiv sind...
      Mein alter Chef war so einer...Mit meinem Stift haben wir dann mal Kreuzchen in den Kalender gemacht, weil wir das checken wollten...
      Immer dann wenn der so richtig aus der Rolle gefallen is, war es innerhalb von 10 Tagen vor Vollmond...direkt nach Vollmond war der wieder lammfromm und hat uns nach Strich und Faden verwöhnt...ja, sowas gibts...
      Aber das war nicht immer gleich schlimm...es scheint da auch nochmal stärkere und schwächere Ausprägungen zu geben...
      VG Monika
    • Gibt ja auch Yoga-Leute, die erklären, die Wachheit der Frauen bei Vollmond hinge damit zusammen, dass um Vollmond ihre fruchtbarsten Tagen lägen, während die Mensis dann 14 Tage später mit einem dunklen Mond zusammenfiele. Natürlich und vermutlich nur bei solchen, die im Einklang mit der Natur leben? - Ob es stimmt? Ich habe keine Ahnung.

      Ich habe die Wechseljahre jetzt hinter mir und ich spüre den Vollmond kaum noch, obwohl er mich in der Nacht gut beleuchtet. Ich schaue ihn mir durchs Fenster an und freue mich an ihm.

      Früher war das bei mir auch anders. Vollmondnächte waren für mich solche, in denen ich immer schlecht schlief, und morgens ziemlich gerädert und unausgeschlafen wach wurde. Und zwar völlig unabhängig von Vorhängen oder Jalousien.


      Aber nun zurück zum Mondkalender!

      Mowa schrieb:

      Nur wäre es interessehalber evt. gut, Aussaaten die nicht nach Mondkalender stattgefunden haben, irgendwie zu markieren?
      Ja, sicher. Sowas wünscht man sich. Dann könnte man ja durch Beobachtung des eigenen Tuns im Garten klüger werden.

      Aber, @Mowa, es gibt zwei Mondkalender, die eine verbreitete und offizielle Geltung haben.
      Den astronomischen, der auf dem sogenannten tropischen Sternkreis fußt, und den siderischen, der auf einem astrologischen (durch Beobachtung ermittelten) Sternkreis aufbaut.
      (Darüberhinaus gibt es noch Mondkalender im Netz, von denen ich nicht ahnen kann, wo sie ihre Werte herhaben... ) Und nun, WELCHEN Kalender benutzt Du ???

      Es ist schon wichtig, sich zu entscheiden, denn die Kalender divergieren, was die Stellungen des Mondes betrifft.
      Der eine Kalender ist gut zwei bis drei Tage länger als der andere. Was bei dem schnelllaufenden Mond durchaus etwas ausmacht.

      Falls ich einen für den Garten benutzen wollte, würde ich vermutlich den siderischen wählen. Der scheint mir, auf die Natur bezogen, angebrachter, als das astronomische Werk unserer Vorfahren. Weil er mehr das tatsächliche IST am Himmel beschreibt, und kein astronomisches Rechenwerk ist.
      Für Nautik und frühe Luftfahrt war allerdings der astronomische Ansatz deutlich sinnvoller!!!

      Aber erst die Leute aus der indischen Astrologie, in Deutschland voran Maria Thun, entwickelten überhaupt die Gedanken: Was passiert in der Natur, wenn der Mond in welchem Zeichen steht? Was passiert bei abnehmendem und zunehmendem Mond in der Natur? Wie reagieren Pflanzen darauf?
      Den Astronomen ( auch den ganz frühen) war dergleichen herzlich wurscht, die wollten vor allem wissen, wie sie mit einem Schiff wieder an eine Küste kommen. Selbst Christoph Kolumbus konnte schon nach dem astronomischen Sternenstand navigieren, selbst wenn er fremde Sternbilder - auf der anderen Seite der bekannten Welt - nicht kennen konnte. Und er interessierte sich dabei in keiner Weise für Astrologie. ;)

      Gleichzeitig teile ich bestimmte astrologische Deutungen der heutigen Mondkalender überhaupt nicht. Ich halte es für ziemlichen Humbug, zum Beispiel Mond im Löwen als Hort zu bezeichnen, in dem man sich am besten die Haare schneiden soll, oder bei Mond im Stier genussvoll essen.
      Astrologie ist schon eine ganz interessante Geschichte, aber jeder Mensch hat seinen eigenen Radixmond und seine eigene Sonne woanders stehen, und damit kann es einfach nicht für ALLE gelten, dass, wenn der umlaufende Mond im Löwen steht, Haareschneiden angesagt ist!
      Für mich ist das hirnloser Blödsinn!
      Solche Aussagen - da hat irgendein Idiot irgendwas dazu erfunden. Was nett zu lesen ist, und harmlose Frauen hinter dem Küchentisch vor lockt.
      Auch die Sache mit den Blüten-, Frucht- und Wurzeltagen - je nach Sternzeichen - teile ich nicht.
      Auch unabhängig davon, dass sich die beiden hauptsächlich verwandten Mondkalender nicht decken. Dafür, dass eine Pflanze Blüten ansetzt, oder ob ein Samen keimt, gibt es im Garten oder auf der Fensterbank deutlich mehr Kriterien, als den Stand des Mondes!

      Was aber wissenschaftlich klar ist: Der Mond hat durch seine Gravitation etwas mit dem Wasserhaushalt der Erde zu tun. Von daher steigt die Feuchte auch in Pflanzen oder sinkt entsprechend, je nachdem, wie er steht. Von daher nehme ich an, dass die Sache, bei abnehmendem Mond Zwiebelgewächse zu pflanzen, zutrifft. Die wollen es zunächst etwas trocken haben, und die brauchen erstmal keinen aufsteigenden Wasserüberschuss.
      Solche Dinge erscheinen mir logisch.

      Hier mal eine nette Seite, die ich länger suchen musste:
      bunkahle.com/astrolog/mocal.cgi

      Durch einfaches klicken etwas unter der Datumsleiste, könnt Ihr den siderischen mit dem tropischen Sternkreis vergleichen, und Ihr seht auch, wie die Mondtage abweichen.

      Lieben Gruß
      Geli
      Ein Garten ist der Spiegel der Seele, die ihn betreut.

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    • Gestern vergessen: Ich glaube auch, dass es sinnvoll ist, bei zunehmendem Mond jene Pflanzen zu säen, deren Samen und wachsende Stängel gern bald Wasser benötigen. Im Prinzip die meisten, die wir hier in Deutschland kennen.
      Ich kann mir auch vorstellen, dass es sinnvoll ist, Kräuter, die wir rein zum Trocknen bestimmt haben, bei abnehmendem Mond zu schneiden.
      Weil die Feuchte in ihnen ohnehin abnimmt, und gerade nicht aufsteigt.

      Also, ich teile die Sache mit dem zunehmenden Mond - und dem abnehmenden, als Einflussgeber auf das Pflanzenwachstum.

      Aber ich teile z.B. nicht: Säe Kletterpflanzen bevorzugt bei Mond im Zwilling! Das so zu sehen, hat Geschichte: Merkur ist der Herrscher der Zwillinge, er war der geflügelte Götterbote. Der konnte also mit seinen kleinen Flügelchen an den Fersen, munter auch in größerer Höhe hin und her flattern. Die Analogie zu den Kletterpflanzen ( auch zu Blütenpflanzen, mit ihren 'schwebenden' Blüten) liegt damit nahe.
      Ich fürchte nur, den Kletterpflanzen ist es ziemlich wurscht, ob der Mond sie aus den Zwilligen bescheint oder nicht, sofern ihre sonstigen Bedingungen stimmen: Eine halbwegs gute, etwas feuchte Erde, ein sich erwärmender Boden, kein Frost in der Nähe, ein steigendes Licht, da Frühling...
      Ich meine, wir könnten ja auch Kletterpflanzen wie rankende Kapuzinerkresse oder Blütenpflanzen wie Cosmeen im November säen. Da gibt es auch immer mal wieder Mond im Zwilling. Das wird aber kein Gärtner machen, weil die sonstigen Bedingungen nicht zutreffen.

      Noch etwas interessantes: Wenn man den Mondkalendern bewusst folgt, gibt es durchaus sich völlig widersprechende Aussagen.
      Einmal, und das ist klar: säe ( halbwegs feuchte liebende Pflanzen) am besten bei zunehmendem Mond!
      Wenn man sich aber die Saattage für Blüten- und Fruchtpflanzen anschaut, die auch entsprechend markiert sind, können die Saaten genau so gut bei abnehmendem Mond erfolgen. Die Wurzelgemüse will ich mal gerade rauslassen, die können meinetwegen auch bei abnehmendem Mond gesät werden, es geht ja bei denen 'nach unten'. ABER: auch hier bieten die Mondkalender- pardoxerweise- für Wurzelgemüse gleichfalls Saaten bei aufsteigendem Mond an!

      Ein Sinn ist da für mich nicht wirklich zu erkennen.


      LG
      Geli
      Ein Garten ist der Spiegel der Seele, die ihn betreut.