Hortensien-Stecklinge bewurzeln

    • Hortensien-Stecklinge bewurzeln

      Ich hab mich eben durch den alten Thread (von 2014) zum Bewurzeln im Wasserglas gearbeitet. Bin neu im Forum und finde es sehr spannend, was hier schon alles an Informationen und Erfahrungswissen zusammengetragen wurde.

      Oleander und Engelstrompeten hab ich auch schon öfter erfolgreich vermehrt - bei beiden nehme ich eher große Stecklinge von 20-30 cm Länge, die ich über den Winter in eine große Vase mit Wasser stecke - ET im Keller und Oleander im Zimmer - das funktioniert bei mir immer prima.

      Dieses Jahr hab ich zum ersten Mal Stecklingsvermehrung bei einer Hortensie versucht, weil ich eine mit weißen Tellerblüten habe, die den ganzen Sommer hindurch Nachblüten bildet, und davon gern Nachwuchs hätte. Hat aber nicht funktioniert, weder im Wasserglas noch in Erde. Hat jemand damit Erfahrungen? Vielleicht sollten die Stecklinge bei Hortensien kürzer sein? Oder was ratet ihr? Vielleicht gibt es ja auch schon einen Thread dazu, aber ich bin nicht fündig geworden - die einzelnen Themen sind für Neulinge gar nicht so einfach aufzufinden.

      Bin für alle Tipps dankbar!

      Liebe Grüße
      Renate
    • Ananda schrieb:

      Hat aber nicht funktioniert, weder im Wasserglas noch in Erde.
      Bei mir leider auch noch nie, daher finde ich deinen Thread sehr interessant. Manchmal werden so tolle Sorten als unbewurzelte Stecklinge im TG angeboten und ich würde mir gern noch welche ziehen, habe es wegen meiner schlechten Erfahrungen aber dann immer gelassen.

      Geglückt sind mir Absenker, so habe ich 3 Sorten gut vermehren können. Ich hatte im letzten Spätsommer/Herbst tiefliegende Zweige mit Drahtbügeln festgesteckt, mit Erde abgedeckt und gut angeklopft, sogar noch einen Stein zur Beschwerung oben drauf, auch damit ich das immer erkenne, wenn ich nicht mehr dran denke. Es hat etwas gedauert, aber zwei davon konnte ich in diesem Sommer schon weitergeben, die Wurzelentwicklung war gut.
      "Alles dauert ewig und die Hälfte misslingt. Trotzdem gibt es nichts Schöneres als Gärtnern." (Stefanie Flamm)
    • Meiner Erfahrung nach bewurzeln Bauernhortensien leicht in Wasser, Tellerhortensien habe ich noch nicht ausprobiert.

      zitze schrieb:

      Kopfstecklinge (ohne Blüte mit 2 oder 3 eingekürzten Blättern dran)
      So habe ich das auch gemacht, aber eben im Sommer von den Zweigen die keine Blüten angesetzt hatten.

      Vielleicht waren deine Stecklinge zu groß oder es war zu spät im Jahr @Ananda ?
    • steed schrieb:

      Geglückt sind mir Absenker
      Das ist eine sehr gute Idee - dass ich da nicht selber drauf gekommen bin! :zopfie_idee
      Mit Absenkern habe ich bisher immer meine Kletterhortensie vermehrt - das funktioniert prima. Meine Tellerhortensie steht allerdings im Topf - da muss ich mal sehen, wie ich das hinkriege. Sie hat jedenfalls lange Triebe, das ist schon mal gut. Ich werde berichten ...

      Die Bauernhortensien gibt es so oft im Angebot, dass ich da noch nie eine Vermehrung probiert hab. Aber vielleicht teste ich es nächstes Jahr mal, einfach zum Vergleich.

      Danke jedenfalls für die Rückmeldungen und die Tipps!
      Grüße
      Renate
    • Mit bleistiftstarken stecklingen ,1xaugen in Erde und 1x Augen raus schauen lassen klappt das bei mir zu fast 100%.
      Ich habe vor 6 Wochen 30 Stecklinge gemacht und 29 sind angewachsen und inzwischen in 13er Töpfen.

      Die Stecklinge sollten stärker sein aber noch nicht verholzt, teilstecklinge sind oft besser als kopfstecklinge.

      Zum stecken habe ich lauberde mit Torf genommen
      wer im Glashaus sitzt............

      hat immer frisches Gemüse :zopfie_grinszahn
    • Hei, meine 3 Panaschierten Hortensienableger von Wiggi sind super angegangen...erst waren sie im WAsserglas mit täglichem Wechsel von Regenwasser..später is mir eingefallen, das ja Kohle helfen soll und hab ein Stückchen Holzkohle mit rein.
      Und einen Ast Kätzchenweide...
      Mittlerweile sitzen sie in sterilisierter Anzuchterde und sind schon ein bisschen gewachsen.
      Mir graußt vor dem Winter...hoffentlich schaffen sie es.

      Feigensteckis hatte ich auch vom TG bekommen..die hatten super im Wasserglas bewurzelt, aber ich hab die Erde nicht sterilisiert...das war wohl ein Fehler..erst losgewachsen, und dann eingetrocknet :zopfie_heul hab jetzt die oberen Teile abgeschnitten..die scheinen auch doch nochmal Wurzeln zu bekommen...diesmal sterilisierte Anzuchterde...Wenns wieder nix wird, war es das dann :zopfie_trauer
      VG Monika
      :zopfie_rose Man wird so alt wie ne Kuh und lernt immernoch dazu :zopfie_rose
    • erny2006 schrieb:

      Mit bleistiftstarken stecklingen ,1xaugen in Erde und 1x Augen raus schauen lassen klappt das bei mir zu fast 100%.
      Das klingt auch nach einer vielversprechenden Methode. D.h. die Stecklinge sind ohne Blätter, oder?

      Meine Tellerhortensien haben ziemlich große Blätter, und obwohl ich sie halbiert hatte, war das möglicherweise zu viel Verdunstungsfläche. Da klappt es ohne Blätter möglicherweise leichter.

      Danke für den Tipp!
      Renate
    • Ja die Blätter habe ich entfernt.
      Hatte die steckis auch ohne Abdeckung oder irgendwas nur im halbschatten stehen und nach 3-4 Wochen waren die 9er Töpfe durchwurzelt

      @Mowa ich denke nicht das es an der Erde lag das die feigen es nicht geschafft haben. Das liegt daran das die Wurzeln die im Wasser gebildet wurden keine Nahrung in der Erde aufnehmen können uns sich umbilden müssen,das schaffen die Stecklinge oft nicht.
      Daher ist im Wasser bewurzeln nie gut. Besser gleich in Substrat oder schaum
      wer im Glashaus sitzt............

      hat immer frisches Gemüse :zopfie_grinszahn
    • erny2006 schrieb:

      Das liegt daran das die Wurzeln die im Wasser gebildet wurden keine Nahrung in der Erde aufnehmen können uns sich umbilden müssen,das schaffen die Stecklinge oft nicht.
      Daher ist im Wasser bewurzeln nie gut.
      "Im Wasser bewurzeln ist nie gut" finde ich zu pauschal - meine Erfahrung ist, dass manche Pflanzen in Wasser total leicht Wurzeln ziehen und den Übergang von Wasser zu Erde mühelos verkraften (dazu zählen viele Zimmerpflanzen, wie z.B. Hoya, Aeschynanthus, Syngonium, Buntnesseln), es bei anderen Arten aber zu starken Ausfällen kommt und wieder andere es gar nicht packen.
      Manchmal ist das sogar von Art zu Art innerhalb einer Gattung verschieden. Ich hab eine Zimmerbegonie (Art leider unbekannt), die ich seit Jahren völlig problemlos mit Stecklingen im Wasserglas vermehre, die Dragon Wing dagegen bekomme ich nur in Erde bewurzelt, Wasser mag sie gar nicht. Meine Duftgeranie lasse ich in Wasser bewurzeln, die üblichen Balkongeranien wurzeln bei mir besser in Erde.

      Ich weiß nicht genau, woran das liegt, schätze aber, dass es etwas mit der Konsistenz und Beschaffenheit des Stengelgewebes zu tun hat.

      Daher kann ich mir auch gut vorstellen, dass es Unterschiede beim Bewurzeln von Bauernhortensien und Tellerhortensien geben könnte - die Triebe sehen nämlich unterschiedlich aus. Ich werd einfach mal alle Vorschläge von hier durchtesten ...
    • Hei, meine panaschierte Hortensie ging absolut problemlos...
      Dann hab ich von einer sterbenden/abgesoffenenen, heiß geliebten weißen Hortensie noch schnell Stecklinge gemacht..die sind mir nach und nach verfault. Ok war auch kein gutes Ausgangsmaterial..sah zuerst gut aus...dann langsam Matsche...
      Mit der Anabell übe ich noch...lebt noch, mockt aber..denke das wird nix mehr dieses Jahr...
      Die Stecklinge nach Rückschnitt im Frühjahr sind mir auch dauernd alle kaputt gegangen..
      VG Monika
      :zopfie_rose Man wird so alt wie ne Kuh und lernt immernoch dazu :zopfie_rose
    • Hei, das is noch eine relativ kleine Pflanze und sie gehört mir nicht...
      Im Frühjahr muß sie j EH Runter geschnitten werden...von daher bietet es sich ja an, Steckis zu machen.
      Bei der Rispenhortensie "Limelite" klappt das wunderbar...aber die Annabell is da zickiger...
      Wenn jemand einen Trick weiß, bin ich da empfänglich...
      Die Limelight stell ich immer einfach in den Schatten...
      Möchte die Annabell es evt. wärmer? Ich könnte sie auch ins Gewächshaus in den Schatten stellen...
      Vielleicht klappt es auch einfach nicht, weil ich eigentlich lieber eine "Strong Annabelle" möchte :kichergirl
      VG Monika
      :zopfie_rose Man wird so alt wie ne Kuh und lernt immernoch dazu :zopfie_rose
    • Ich habe vorletztes Jahr im Juli Steckhölzer (rote Annabell) aus längeren teilverholzten Ästen geschnitten und als kurze Teilstücke (ca. 2cm Holz, dann Blattknoten und oben ein eingekürztes Blattpaar) in Aussaaterde gesteckt, Plastikhaube drüber und in den Schatten gestellt. Das hat recht gut funktioniert, eingetopft hab ich die Stecklinge etwa 6 Wochen später und im Gewächshaus überwintert.
      Ebenfalls gut angegangen sind die, die ich flach waagrecht, als ganzen Zweig (entlaubt mit eingekürztem Blatt am Ende) in eine mit Anzuchterde gefüllte Saatschale gelegt und mit ca.1cm Erde bedeckt habe.
      Den Sommer haben sie gut überstanden, die inzwischen gut gewachsenen Pflanzen wurden im letzten Winter draußen überwintert und sind dann alle durch die extreme Kälte kaputt gegangen.
    • Neues Gartenjahr, neuer Versuch. Steckhölzer hab ich heuer Anfang September geschnitten, weil sie durch den vielen Regen im Sommer noch zu weich waren. diesmal habe ich die Hölzer relativ lange gelassen und senkrecht in Katzenstreu gesteckt, ebenfalls eine Plastikhaube drüber und in das Küchenfenster gestellt. Noch sehen sie ganz gut aus, aber wenn die Heizung angestellt wird, werden sie dort weg müssen.image.jpg
      Auimage.jpg
      Auf dem oberen Bild sind etwa bleistiftdicke Steckhölzer zu sehen und auf dem unter die dünneren.
    • @Ananda vielleicht ist es wirklich etwas pauschal aber was leicht in Wasser wurzelt das wurzelt auch leicht im Substrat und man umgeht die Gefahr das die Umstellung nicht vertragen wird.
      Vielleicht sehe ich das aber auch anders weil ich einige zeigt im zierpflanzenbau gearbeitet habe und man gewisse sachen dann einfach anders macht oder nicht macht weil es mehr Aufwand bedeutet oder weniger ausbeute zu erzielen ist.
      wer im Glashaus sitzt............

      hat immer frisches Gemüse :zopfie_grinszahn
    • erny2006 schrieb:

      Ich habe vor 6 Wochen
      Danke für die klare Anleitung.

      dann werde ich mir das wohl für's nächste Jahr merken, Mitte-Ende August Stecklinge von meiner EndlessSummer schneiden.
      Dieses Jahr hatte ich es zum ersten Mal versucht, drei Stück in Wasser. Einen Steckling habe ich schon wegsortiert, die anderen zwei gammeln zwar noch nicht, aber ich denke das wird nichts mehr.

      Deine Anleitung stimmt ja auch im Wesentlichen mit der Anleitung bei mein schöner Garten überein, die hatte ich leider zu spät gesehen, da standen meine Stecklinge schon im Wasser (mein-schoener-garten.de/gartenpraxis/ziergaerten/hortensien-durch-stecklinge-vermehren-9311)
      Lieber Gruß
      Orlaya

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      Nicht-wissen ist keine Schande, aber Nicht-wissen-wollen ist eine Schande.
      Bauernweisheit