Des Menschen bester Freund

    • :zopfie_groehl köstlich - beim ersten Foto dachte ich noch, dass die Hühnchen da vielleicht ganz schön Angst haben (kenne das von den Kaninchen), aber es scheint ja deine kleinen Hühnchen gar nicht zu stören. Herrlich diese Bilder, vorallem die letzten beiden :zopfie_ja
      Lieber Gruß
      Orlaya

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      Nicht-wissen ist keine Schande, aber Nicht-wissen-wollen ist eine Schande.
      Bauernweisheit
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      Im Garten der Zeit wächst
      die Blume des Trostes.


    • Heut war auch noch der Hund weg.
      Man, echt! So ein Mistköti!

      Im Dorf muss er natürlich an der Leine laufen, aber wenn ich in die Felder gehe, mache ich ihn los.
      Geht auch wunderbar, weil er nicht jagt.
      Aber er geht nicht gerne über Felder! Auch nicht, wenn sie, wie dieses, heutige, abgeerntet und trocken sind.
      Auch läuft er nur ungern über etwas höheres Gras.
      Der weiße Herr zieht es vor, über für Menschen angelegte Wege zu gehen, damit seine weißen Pfötchen bloß nicht schmutzig werden!
      (Das hat auch sein Gutes: nie würde er sich in Kaninchenkötteln oder Pferdeäpfeln oder Jauche wälzen... dieser Hund ist extrem sauber.)

      Nun, heute gab es beides, aus der Liste seiner Ablehnungen: ein abgeernetes Erbsenfeld, und einen Grasstreifen, zum Friedhof hin, mit vielleicht 20 cm hohem Gras. Da verschwand der Hund, irgendwo nach links, im sommerlich dichten Gebüsch. - Und ward nicht mehr gesehen.
      Natürlich habe ich gerufen, gerufen... kein Hund!
      Ach, dachte ich, der wird über den angrenzenden Friedhof paralell zum Feld runterkommen, und unten treffen wir uns!
      Nichts da! Kein Hund!
      Gerufen, gerufen-- war weg.

      Die 500 Meter nach Hause gegangen - kein Hund.
      Das Auto geschnappt, die Dorfstraßen abgefahren - kein Hund.
      Zu seinen besten Menschenfreunden gefahren, geklingelt- kein Hund!

      Er MUSSTE doch irgendwo sein!

      Jetzt ist das ein Spitz, und ich hatte schon mal einen. Tino, den Vorgängerspitz, beliebte es, irgendwo, wo sich das Auto öffnete, auszusteigen-- und dann fort zu sein. Wie, ich hole Getränke im Getränkecenter, öffne die hintere Klappe, tausche Leergut um, komme nach Hause -- und kein Spitz sitzt mehr im Wagen. Gesucht, gesucht... da sitzt der vermisste Spitz ganz artig vor dem Getränkecdenter und wartet auf mich.

      Dachte ich mir: so könnte das ja mit Aladin auch sein! Also, zu Fuß zurück zu der Stelle, wo ich ihn verloren hatte, und prompt!
      Da sitzt der kleine Spitz mitten auf dem Friedhof, auf einem besonnten, weißbekieselten Weg, und wartet auf mich!
      Dass er auf mein Rufen nicht gekommen ist, ist klar, ja? Der dachte sich: die Alte stiefelt da auf dem ekligen Feld herum, kraucht durch das schreckliche Gras, da gehe ICH doch nicht hin! Da kann sie schreien wie sie will! Da stelle ich meine Ohren auf Durchzug! ICH, Aladin, sitze hier auf wunderbar sauberen weißen Kieseln, ein sehr guter Ort!

      Er war sehr erfreut, als ich ihn dort abholte. Darüber, dass wir uns glücklich wieder hatten, und er mir deutlich gezeigt hatte, an welch sauberen Orten sich ein weißer Spitzhund aufzuhalten pflegt - selbst auf die Gefahr hin, das gute Frauli zeitweilig zu verlieren.
      Text Aladin: "ICH gehe nicht über alte Felder! ICH gehe nicht ins höhere Gras!"

      Echt. Das ist ein Dickkopf ohne Ende. ;)
      Ein Garten ist der Spiegel der Seele, die ihn betreut.

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    • Tja, @wiggi, man lernt nie aus.

      Bis jetzt ist Aladin in fünf Jahren noch nie abgehauen. Dem stank schlichtweg der Untergrund des Weges, den ich gewählt hatte. Innerer Text Aladin: "Da gehe ICH nicht lang!"
      Hat sich einfach durch die Büsche auf den Friedhof geschlagen, hat sich da hinter den Büschen auf ein zentrales, sonniges, sauberes Plätzchen gesetzt und mich dort erwartet. Text Aladin: "Frauli wird mich schon abholen!"
      Na, nun weiß ich Bescheid. ;)

      Die Labradore, die ich hatte, wären erstens nie abgehauen ( Ihr Text: "Ich folge dir auf Schritt und Tritt, Frauli, selbst wenn du mich in die Hölle führst..."), und falls wir doch durch irgendwas getrennt worden wären, wären die vermutlich eigenständig nach Hause gegangen.
      Gottseidank ging das (theoretisch), weil ich immer in recht stillen, ländlichen, verkehrsarmen Ecken gewohnt habe, selbst in Dortmund.

      Aber Aladin ist echt ein Dickkopf. Seit zwei Jahren fährt er auch nicht mehr mit dem Auto. Warum? Ich weiß es nicht.
      Wenn wir zum Wagen gehen, und ich den klimpernden Schlüssel aus der Tasche nehme, fällt er um, der arme Hund. Fällt- patsch!- bäuchlings auf den Boden, die Nase zur Haustür, den Hintern zum Auto. -- Toter Hund! Auch durch die feinsten Leckerchen nicht zum Leben zu erwecken.
      Innerer Text Aladin: " ICH fahre da nicht mit!"
      Erst wenn ich den Schlüssel sichtbar wegstecke, kommt er wieder hoch.

      Letztes Jahr haben wir ihn versuchsweise zum Autofahren 'vergewaltigt'. Mit einer Freundin, die selber zwei kleine weiße Hunde hat, die auch freudig einstiegen, haben Freundin und ich ihn mit vereinten Kräften, lockend und schiebend, in den Fußraum des Beifahrersitzes gezwungen.
      Da blieb er natürlich nicht, sondern stieg zappelnd und kratzend auf meinen Schoß, denn ich war die Beifahrerin.
      Wir sind dann vielleicht 5 Kilometer hoch über einen Steinbruch gefahren, wo sich oben die Bäume unter leckeren Mirabellen bogen.

      Da gab es wieder abgeerntete Äcker, die Aladins Missfallen erregten, aber er ist die Runde brav mit uns und den beiden anderen Hunden mitgelaufen, wartete auch, bis wir unsere Körbe gefüllt hatten, und als er begriff, dass es wieder zum Auto ging--- rannte er los.
      Umrundete recht weit vorn kurz das Auto, und fasste dann einen Entschluss: Ruhig, aber zielstrebig, begann er, den schmalen Weg den Berg hinunter zu laufen.
      "Guck dir das an!", rief meine Freundin überrascht: "Der sagt sich, Ich gehe jetzt alleine nach Hause!"
      Genauso war es.
      Rufen? Locken? Nutzlos.
      Wir haben ihn dann mit dem Wagen überholt, und ihn mit Schieben und Bereden wieder hineingezwungen.

      Tja. So ist mein sonst so zärtliches Spitzköterchen Aladin.

      Muss mal gucken, ob ich nicht doch mal eine Hundeschule für ihn finden kann.
      Eine, die ins Haus kommt. ^^
      Ein Garten ist der Spiegel der Seele, die ihn betreut.
    • Neu

      ...wie schon im Jammerthread erwähnt, mussten wir gestern vor vier Wochen unseren lieben Seniorhund gehen lassen, er hatte Nieren- und Leberversagen :heul und weil unser Juniorhund ein absoluter Familienhund ist, der es überhaupt nicht erträgt, alleine zu sein (und weil Hunde, die nicht ständig bei Herrchen und Frauchen sein können, eh zu zweit sein sollen) und auch, weil ich einen leeren Platz in der "Familie" grad nicht ertragen kann, musste gleich ein weiterer Hund her.

      Zum großen Glück haben wir über die Kleintieranzeigen einen sehr passenden Welpen gefunden :freu , er war damals neun Wochen alt, seit drei Wochen bei einer Familie mit auch einem älteren Hund und zwei Kleinkindern. Der ältere Hund hatte den Kleinen nicht recht akzeptiert und die Familienmama war mit den Kindern und dem Welpen ein bisschen überfordert, was ich sehr gut verstehen kann. So kam der Kleine zu uns. Es war von beiden Seiten Liebe auf den ersten Blick, die lange Autofahrt über drei Stunden klappte auf meinem Schoß wunderbar :zopfie_doppeldaumen , kein Gequengel, nichts.

      Daheim angekommen spazierte der Kleine in unseren Garten, fing gleich mit dem Großen zu Spielen an und nach 5,6 Minuten sah es dann so aus



      der Kleine hatte einen Kauknochen gefunden und sich direkt ins Blumenbeet gelegt, der Große passt auf



      :zopfie_verliebt :zopfie_verliebt :zopfie_verliebt :zopfie_herz :zopfie_verliebt :zopfie_verliebt :zopfie_verliebt

      kurz darauf wurde der Garten erkundet, das war keine Viertelstunde nach Ankunft



      er musste sich wohl nach der langen Fahrt erstmal erfrischen :zopfie_zwink , er ist unser erster Wasserhund :zopfie_doppeldaumen , auch der erste, der im Teich schwimmt :zopfie_ja

      Der Große passt immer ganz fassungslos auf, ob auch wirklich nichts passiert



      Dann ging GG ins Haus, der Kleine musste natürlich hinterher



      (pitschnass natürlich) und kam gar nicht mehr raus, er hatte den nächsten Knochen entdeckt



      seither sind die Beiden ein Herz und eine Seele, es ist ein Traum, den beiden zu zu schauen :zopfie_verliebt :zopfie_verliebt , wir haben schon viele, viele Jahre zwei und mehr Hunde, so eine große Liebe gab es noch nie :zopfie_verlegen
      Sie spielen fast ununterbrochen



      der Große bewacht seinen Schlaf





      hier ist der Kleine - wie so oft - vor der leeren Futterschüssel eingeschlafen, der Große quetschte sich daneben und schlief eine Runde mit



      Es könnte alles so schön sein, wenn.... nur das eine Problem nicht wäre: er wird und wird nicht sauber! Seit 25 Jahren habe ich immer wieder Welpen, es klappte immer wunderbar, bei dem einen schneller, bei dem anderen weniger schnell, aber mehr wie ein Woche dauerte es noch nie. Gut, hin und wieder ein Pfützchen oder Häufchen kam vor, aber so wie der Kleine machte es keiner.

      Wir vermuten sehr stark, dass er in den drei Wochen bei der anderen Familie machen durfte, was er wollte, wohl auch schon bei seiner Mama-Familie, denn er macht es so selbstverständlich und unauffällig...

      Heute wieder: alle Türen auf, er kann vorne raus, er kann hinten raus, die beiden schmusen vor der offenen Terrassentür, ich sitze am Essen, der Kleine steht kurz auf, ich höre Wasserplatschen im Bad (da steht die große Trinkschüssel in der Dusche, geht nur mit viel Geschlabbere :kichergirl ) er kommt wieder rein und sie kuscheln weiter. Ich bin ihm unauffällig :zopfie_zwinkgrins nach um zu guggen, nix war. 5 min später liegt im Flur ein Häufchen :zopfie_haareberge , hab gar nicht bemerkt, dass er wieder raus ist! Einen Anschiss verpasst - ja, ich weiß, wirkt nur, wenn man ihn "dabei" erwischt, aber "dabei" erwischt man ihn so gut wie nie - er weiß auch, dass er was falsch gemacht hat und ich denke, er weiß auch, WAS er falsch gemacht hat... aber es bringt nichts. Wir sind dann alle raus zum Wäsche aufhängen, wir gehen wieder rein, ich räume die nächste Waschmaschine ein, alle Türen nach draußen sperrangelweit offen und zack - ist ne Pfütze im Flur.

      So geht es ohne Ende, er schleicht sich sehr unbemerkt raus und kackert und pullert in den Flur :zopfie_traurigja , egal, wie oft man mit ihm raus geht, wie sehr man ihn (und den Großen) bei den Geschäften draußen lobt und belohnt, er läßt und läßt es nicht bleiben.

      Wenigstens hat er sich den einen Teppich und einen Fußabstreifer ausgesucht.... ich hatte sie schon entfernt und den Boden sehr ordentlich mit so Mikroben(??) geputzt, das nimmt kleinen Unfällen und den muffligen Hundedecken sehr gut den Geruch ohne nach Parfum zu riechen. Dann nahm er sich die Hundekissen im Flur als Pinkeldecke... jetzt liegen die Teppiche wieder.

      Habt Ihr einen Geheimtipp für mich?
    • Neu

      Es geht einem wirklich das Herz auf, wenn man Deine Fotos von den beiden Hunden sieht, liebe @Bärmat!
      Wie wunder, wunderschön!
      Wie innig die zwei doch sind!

      Aber mach Dir keine Sorgen um den Winzling! Es hat noch keinen Familienhund gegeben, der NICHT sauber geworden ist!
      Der Kurze weiß einfach noch nicht, dass er NUR draußen machen soll!
      Bis jetzt sind für ihn alle Orte gleich - drinnen wie draußen- und er lässt weiches und hartes fallen, wie es ihm ankommt, vermutlich zunächst auch ohne jedes schlechte Gewissen.

      Ich denke, in seinen bisherigen Unterbringungen hat er keine diesbezügliche Erziehung genossen. Er hat da etwas nicht gelernt bekommen.
      Nun spreche ich mal von mir: Aladin war ein "Dachhund" auf Teneriffa. Als er kam, war er fünf. Er fraß dann glücklich aus seinem Napf, hockte sich einen Meter weiter fröhlich hin und kackte. Klar, auf seinem Flachdach hatte er nichts anderes lernen können, und niemand hatte ihn angehalten. Zum Pinkeln suchte er sich IM Haus bevorzugt kleine Teppiche oder weiche Kissen, weil's ja sooo schön ist, wenn man a. weich sitzt, und b. das Pipi so wunderbar aufgesogen wird.
      Argo, der Freund von Mary, hat mir damals geschrieben: "Den kriegst Du nie sauber!"
      "Natürlich!", habe ich geantwortet, "es braucht nur Geduld!"
      Ein Jahr hat es bei ( dem erwachsenen!) Aladin gebraucht, bis er nicht mehr auf Teppiche oder weiche Kissen pinkelte, und sich mit seinen Häufchen nicht mehr im Flur verewigte.

      Kleine Welpen, die ganz neu kommen, lernen sowas viel schneller. Die sind absolut aufnahmefähig und kriegen ganz viel - wie aus der Luft - mit.
      Andere Welpen, bei denen der erste Zug der Sauberkeitserziehung bereits abgefahren ist, brauchen länger, wie auch Tiere aus dem Ausland.

      Ich hatte den Eindruck, diese Hunde müssen erst unsere Sprache lernen. Aladin musste erstmal lernen, was Pipi oder Haufen sprachlich überhaupt sind, und dass ich beides im Haus nicht haben möchte. Man kann auch durchaus mal schimpfen wenn es schon geschehen ist: "HIER hast Du hingepinkelt! Das möchte ich nicht! Geh in den Garten, pinkeln! Im Garten pinkeln ist feiiiin!"
      So prägen sich die Worte ein: Pinkeln, für das Malheur, und der Begriff "Garten". Wo es angeblich 'feiiin' ist. "Fein" kennt Dein Kleiner aber auch noch nicht sicher. Er weiß noch nicht, was genau "fein" ist.
      Auch den Begriff 'Haufen' musste Aladin erstmal lernen. Bis man ihm, nach ständiger Übung, verklickern konnte, dass ein Haufen bitte draußen zu erfolgen hat.

      Mach mit dem Kurzen noch mal zwei Wochen richtig aufmerksam Welpenschule:
      Nach jedem Fressen, nach jedem Spielen: rausbringen! Nachts aufpassen, wann der Kurze wach wird - und raus!
      Und dann alles immer benennen: "Mach Pipi!- Fein! Mach deinen Haufen! Fein!" Oder: "Hier im Garten machst Du Pipi, hier machst du deinen Haufen, ja, so fein machst du das!"

      Das Süßchen muss erstmal lernen, was Pipi und Haufen überhaupt sind, und die Worte innerlich mit irgendwas verbinden. Mit "fein" das Lob und die Freude, angenommen zu sein, sofern alles am richtigen Ort geschah - und mit etwas Zorn, sofern am falschen. ;)

      Sie verstehen sehr viel, die Hunde. Sie müssen unsere Sprache aber erst lernen.
      Je länger man mit einem Hund zusammen ist, um so mehr weiß der.
      Aber die ganz Kleinen und die Auslandshunde, die wissen erstmal noch so gut wie gar nichts. ;)

      Geli
      Ein Garten ist der Spiegel der Seele, die ihn betreut.

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    • Neu

      Hallo,
      also da geht einem ja wirklich das Herz auf, wenn man die Bilder der beiden sieht. Das ist so so schön... ich hätte auch gern einen zweiten Hund zu unserer Kiwi. Aber da die Ziege ja niemanden im Haus duldet und im Garten auch nicht, geht das leider nicht.
      Es wäre so schön, wenn ein richtig toll sozialisierter Hund bei uns wäre, der ihr zeigen könnte, wie man sich Menschen und Hunden gegenüber benimmt und das man gar nicht immer so zickig sein muß zu allen anderen.
      Aber da hätte ich viel zu viel Angst um den anderen Hund und ich weiß halt leider, daß sie den nie aktzeptieren würde.

      Ich bin schon froh, daß sich Kiwi mit unserer Katze so gut versteht. Aber die beiden kennen sich auch schon von Welpe an. Maja war schon vor Kiwi hier.

      Geniess die beiden und bitte noch ganz viele Bilder von den beiden Schnuckis ja?

      gruss heike
    • Neu

      Liebe @Bärmat,
      wie man Hunde erzieht, brauche ich dir ja ganz sicher nicht erzählen :zopfie_zwinkgrins und auch nicht die Grundregeln wie man diese stubenrein bekommt. Du hältst genauso lange Hunde wie ich und verfügst sicher über ähnlichen Erfahrungsschatz. :zopfie_ja

      Im Gegensatz zu dir (glaube ich zumindest :zopfie_studier ) habe ich über viele Jahre aktiv im Tierschutz gearbeitet, vermeintliche Zuchthunde und deren Welpen, aus den schlimmsten Verhältnissen rausgeholt (auch illegaler Weise, was durchaus so manche Anzeige/Anklage mit sich brachte) und mich darum gekümmert, diese aufzupäppeln, zu sozialisieren und später auch zu vermitteln. Alles im übrigen hier in Deutschland, aber das nur am Rande erwähnt.
      Aus dieser Erfahrung heraus kann ich Anjoli da leider nicht zustimmen, nicht jeder Hund wird zuverlässig stubenrein. :zopfie_noe
      Wenn Hunde, besonders in den ersten Lebenswochen, so schwer traumatisiert wurden, kann es sein, das sie es nie erlernen. Das gibt es gar nicht so selten.
      Weißt du wo dein Welpe wirklich herkommt?

      Dann gibt es, ebenfalls gar nicht so selten, auch organische Gründe die mögliche Ursache sein könnten und es dem Hund schwer machen seinen Urin und/oder Kotabsatz zu kontrollieren. Wenn eurer Problem, in sagen wir mal einem halben Jahr, noch unverändert besteht, solltet du das im Hinterkopf haben und ggf. untersuchen lassen.

      Grundsätzlich gehe ich jetzt aber mal davon aus, das organisch alles okay ist :zopfie_doppeldaumen und dein Welpe leider aus einer Vermehrungsstätte kommt, wo er keinerlei normale Sozialisierung erleben durfte und auch die Vorbesitzer schienen ja überfordert und in dieser Hinsicht keine Hilfe für den Welpen gewesen zu sein.

      Aber jetzt hat er ja dich und einen tollen, geduldigen und gut sozialisierten Zweithund. Ihr habt also die besten Chancen das in den Griff zu bekommen und braucht dafür "einfach" eine riesen Portion Geduld. Geduld und nochmal Geduld. :zopfie_zwink
      Und ganz viel Liebe. Ich kann nur davon abraten bei "Missgeschicken" seinerseits in irgendeiner Form zu schimpfen oder negativ zu reagieren, sondern würde ausschließlich auf positive Bestärkung setzen und "Missgeschicke" schlicht weg ignorieren. :zopfie_ja


      Deine Bilder sind im übrigen Zucker :WOW , besser hätte das der Welpe gar nicht treffen können - als bei Euch zu landen. Ich wünsche euch ganz viele tolle Jahre zusammen und mir (und allen Anderen hier) ganz viele süße Bilder. :kichergirl

      Edit:
      Eben vergessen....ich erziehe meine Hunde im übrigen völlig ohne Worte, die verstehen sie ohnehin nicht :zopfie_zwinkgrins , sondern mit Körpersprache. Wenn der Mensch das erstmal gelernt hat, geht das nämlich viel leichter und schneller, als darauf zu warten, das der Hund gelernt hat unsere Körpersprache mit unseren Lauten zu verknüpfen. Darin, Körpersprache zu "lesen" sind Hunde nämlich Meister. :zopfie_ja
      Wer weiter denkt-
      kauft näher ein.
    • Neu

      Ja, Körpersprache ist ganz toll!
      Die letzten Labbis , die ich hatte, reagierten auf winzigkleine Fingerzeichen. Völlig problemlos an Straßen: Warte/Bleib, eventuell Sitz, und -Lauf. Steh, Platz, Spring... alles sowas. Hol plus Wort- Hund muss ja wissen, WAS er holen soll. ;)
      Daraus erklärt sich, dass Hunde natürlich die menschliche Sprache verstehen. Und Begriffe Gegenständen zuordnen.

      Dazu auch ein witziges Beispiel von neulich, mitdem ich absolut nicht gerechnet hatte:
      Ich habe ja erzählt, dass mein Köti nicht mehr autofährt. Er will dann lieber zurück ins Haus, respektive am neuen Wohnort, zurück in die Wohnung.
      Da muss er dann warten, bis ich von meinen Erledigungen zurück bin. Inzwischen ist es so, dass, wenn ich nur den Autoschlüssel greife, er sich zurückzieht. "Na gut," sage ich, "dann musst du halt warten." Verkürzt: Tür auf, "Du wartest!", ich raus, Tür zu.

      So. Nun sollte aber etwas Neues geschehen.
      Ich wollte im Garten arbeiten. Der Hund will nicht mit in den Garten. Der Garten ist für ihn so schrecklich wie das Auto. Aber: was er ganz besonders toll findet, ist auf der Treppe vor der Haustür zu sitzen und den Vorplatz zu bewachen!
      Weil daneben (unabgegrenzt) aber eine öffentliche Straße ist, dazu Kinderschulweg, kann ich ihn nicht unangeleint dort sitzen lassen, während ich im Garten bin. Das haben wir schon ein paar Mal wortlos praktiziert- und das ging gut.

      Nun sage ich ihm: "ich gehe in den Garten." Das Wort Garten kennt er, er wendet sich ab, geht ins Schlafzimmer, in seinen Korb.
      "Ey," sage ich, "du kannst mitkommen, du kannst unten warten!"
      "Mitkommen", das kennt er, der Hund kommt. "Warten", das kennt er. "Unten" kennt er nicht. Tür auf, Angelika raus, Hund raus --- Hund dreht sich auf der Stelle um und geht wieder rein! Setzt sich da in den Flur und wedelt mich brav an. Gewartet wird - seiner Meinung nach - schließlich oben!
      "Nein, Aladin! Du kannst mit runterkommen und unten an der Leine warten!"
      Das Wort "Leine" kennt er auch. Nun hat der Hund begriffen, dass ich etwas anderes meine. Hurtig springt er die 16 Stufen hinunter und vor der Haustür drängt er an meine Knie, damit ich die Leine anlege. Dann geht er auf seinen guten Platz oben auf der Vordertreppe, während ich die Leine am äußeren Treppengeländer befestige. Tja: wieder was gelernt! Sowohl der Hund, als auch das Frauli. *lach*

      Ist es nicht wahnsinnig, wie der Hund aus bekannten (und unbekannten) Wörtern für sich Schlüsse zieht?

      Erst seit kurzem spielt dieser jetzt 10 jährige Hund. Eigentlich erst, seitdem wir umgezogen sind. Er hat fünf Spielzeuge, die er einzeln mit Namen kennt, die er holt und sucht und bringt, wenn man es ihm sagt. Natürlich nicht immer. Nur wenn er Lust hat. Aber es ist absolut deutlich, dass er ihre Namen kennt und seine kleine Ente nicht mit dem Quiekeball verwechselt.

      Gab ja mal so einen 'Wunderhund', der 87 Spielzeuge sicher mit Namen kannte. Wo trat der auf? Bei Wetten dass?

      *******
      Also, Aladin musste zunächst mal lernen, dass es überhaupt einen Begriff für "Haufen" gibt, für "Pipi", und dass es - für MICH! einen Unterschied zwischen drinnen und draußen gibt. Für ihn gab es den Unterschied absolut auch, er war nämlich der ( angewöhnten) Meinung:
      DRINNEN häufelt und pinkelt man am besten! Und letzteres am besten auf Teppichen oder weichen Kissen.
      Hund musste erstmal vom Gegenteil überzeugt werden.

      Wie? Natürlich rausbringen, rausbringen, rausbringen, loben, loben, loben wenn es klappt.

      Aber bisweilen reisst einem auch der Geduldsfaden, wenn man alles ganz positiv und erfolgreich getan hat, und kaum dreht man sich um, kackt oder pinkelt einem der Hund mit dem letzten verfügbaren Rest wieder in den Flur. Obwohl alle Türen offen sind! Obwohl man meint, es ja so oft gesagt zu haben. Hund ist einfach der Meinung: Drinnen ist es besser!
      Dann kann man seinen Zorn nicht verbergen, und ich meine, man sollte es auch nicht tun.
      Zur Hundeerziehung gehört Ehrlichkeit.
      So merkt der Hund auch: das mag mein Frauli nicht!
      Und er kann Verbindungen knüpfen. Zwischen seiner verdauungsmäßigen Erleichterung und dem Missgestimmtsein seiner Leute.

      Übrigens, auch witzig: Aladin hat eine ganze Zeitlang, nachdem er begriffen hatte: 'ich soll nicht ins Wohnzimmer/Küche/Flur machen', ganz heimlich/stiekum neben das Menschenklo gekackt. Nach dem Motto: "Hier gehen meine Leute hin, ich komme da nicht drauf, also ist wohl daneben der rechte Ort?"
      Hunde sind ja nicht dumm, okay? Aber das war schon ein Zeichen, dass sich bei ihm etwas bewegt hatte. Nun musste man den Kerl nur noch von Rasenflächen und vom Draußenmachen überzeugen. ;)

      ******
      Ich bin überzeugt, jeder Welpe, egal wie traumatisiert, wird stubenrein. Auch jeder ältere Hund. Es ist wirklich nur eine Frage der liebevollen Geduld.
      Wie Ralui war ich zig Jahre im Tierschutz tätig, und kenne einige Fälle traumatisierter Hunde, die ich zum Teil bei mir aufnahm, bevor sie weiter vermittelt werden konnten.

      Ich selbst kenne nur einen Fall, wo es nicht geklappt hat, auch nicht klappen konnte: Das war ein 12 jähriger Rüde, der auf der Insel Lesbos seit 12 Jahren in einem Hinterhof an der kurzen Kette saß. Dort bekam er Fressen, da machte er natürlich auch hin. Ich begegnete ihm und wirklich 'militanten' Tierschützern im Jahre 1989. Die waren total klasse, diese Tierschützer, sehr engagiert, drauf aus, Hunde aus Qualbedingungen zu retten. Eine Frau war Journalistin.

      Ich habe sein Schicksal in Deutschland weiter nachverfolgen können, weil diese Journalistin über ihn und Hunde aus Griechenland schrieb. Um sich erleichtern zu können, brauchte dieser Hund tatsächlich einen ruhigen Hinterhof und eine kurze Kette. Anders war es für ihn nicht möglich. Im Haus halten konnte man den nicht mehr.
      Er wanderte dann hier in Deutschland von Tierheim zu Tierheim, von engagierter Hand zu engagierter Hand. Hoffnungslos. Was ein alter Hund 12 Jahre geübt hat, geht nicht mehr raus.
      Ich hatte damals schon das Gefühl, die Tierschützer hätten ihn besser dort lassen sollen. Dort war er vertraut- und irgendwie auch geliebt.
      Tja. Aber man sagt ja nichts. Alle Argumente sprachen zudem gegen mich. Und meine Rede hätte auch nichts genutzt.

      Bei jungen - auch bei älteren - Hunden bin ich sicher, dass sie den Dreh zur Stubenreinheit kriegen. Dafür sind es Hunde, und sie wollen einfach reinlich sein!

      Dein Kurzer, @Bärmat, muss nur von dem Tripp runter, dass es drinnen besser ist! Der hat irgendwie verinnerlicht: drinnen ist das Erleichtern gut! Deshalb interessieren ihn auch die offenen Türen nicht.

      Kann sein, dass Dein guter älterer Hund dem Kleinen den Weg weist, wenn er es aber nicht tut, musst Du es machen. Und somit beiden den Weg weisen.

      Geli
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    • Neu

      Nochmal Thema: 'Nicht schimpfen'.
      Tja, was soll das bringen, wenn man sich seinen frustrierten Zorn über neue Häufchen und Pipiflecken verkneift?
      Und so tut, als sei nichts?
      Glaubt mir, der Hund, wie auch kleine Kinder, kriegen es trotzdem mit.
      Unsere Körpersprache und unsere Mimik verändert sich, und das wird wahrgenommen!
      Da kann man auch ganz ehrlich sagen: "Ach, verdammter Mist!"
      Dann passen jedenfalls Mimik und Körpersprache und Lautäußerung zusammen, und es gibt keine Double-bind-Situation, in der der Körper und die Mimik Frust signalisieren, die Stimme aber weiterhin so tut, als sei nichts.
      Ich bin der Meinung: Ehrlich, auch im Frust, ist am besten. ;)
      Ein Garten ist der Spiegel der Seele, die ihn betreut.
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      Ralui schrieb:

      Ich kann nur davon abraten bei "Missgeschicken" seinerseits in irgendeiner Form zu schimpfen oder negativ zu reagieren, sondern würde ausschließlich auf positive Bestärkung setzen und "Missgeschicke" schlicht weg ignorieren.
      Dem kann ich mich nicht anschließen. Wie soll das Tier begreifen, dass das den Mitbewohnern nicht gefällt, in die Bude zu kacken und zu strullern? Und der Große sollte das auch mitbekommen - so besteht am ehesten die Möglichkeit, dass er den Knirps mit erzieht. So sieht es für ihn ja so aus, als würde es stillschweigend geduldet und sei somit völlig okay.
      Bei einem Missgeschick ist das was anderes - aber das sind ja keine Missgeschicke, sondern geplante Aktionen, weil er es so am schönsten findet.
      Beste Grüße

      Diamondgirl :zopfie_knicks